Grundrechte sind keine Luxusartikel“, „Wiederherstellung aller Bürgerrechte“, „Kein Impfzwang“: Das stand auf einigen der Transparente und Plakate, die am Samstagnachmittag bei einer Demonstration auf dem Münsterplatz zu lesen waren. Dabei ging es um die „Verteidigung unserer Grundrechte und die Aufklärung über unverhältnismäßige Maßnahmen in der Corona-Krise“, sagte Nico Bauer, einer der Initiatoren, vor rund 50 Teilnehmern. Vorausgegangen war der Demonstration ein Aufruf im Internet. Die Aktion war explizit „unabhängig von Parteien und Ideologien“, betonte Bauer.

Zunächst musste er auf die polizeilichen Auflagen für die Demo hinweisen: Die Gruppe bewegt sich nicht von der Stelle, die Teilnehmer müssen Abstand halten – untereinander wie zu Passanten. Dazu waren mit Kreide Quadrate aufs Pflaster gemalt, in die sich die Teilnehmer maximal zu zweit brav stellten oder setzten.

Bauer: „Willkür einiger weniger Politiker“

Nico Bauer kritisierte die von der Bundesregierung beschlossenen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie die Sperrungen öffentlicher Plätze als „Willkür einiger weniger Politiker“, als unverhältnismäßig und undemokratisch. Er erinnerte an Artikel 20 des Grundgesetzes: Alle  Staatsgewalt geht vom Volke aus.

Es dürfe nicht sein, dass Menschen zum Denunzieren aufgefordert würden, und es als Folge „fragwürdiger Sicherheitsversprechen immer mehr Polizeirechte und weniger Bürgerrechte“ gebe. Abschließend kam Bauer auf die Misere im Flüchtlingslager auf Lesbos zu sprechen. Er forderte die sofortige Auflösung des Lagers, Zugang der Menschen zu humanitärer Hilfe und eine europäische Migrationspolitik“.

Das Maß am Zumutungen ist übervoll

„Ich fühle mich als Bürger verarscht“, meinte Barbara Werner aufgebracht. Sie nahm an der Demo teil, weil es für sie ein Unding ist, dass „ältere Leute weggesperrt werden“ und viele Regelungen nicht logisch seien: „Erst heißt es sieben Wochen lang, Masken bringen nichts – und plötzlich ist alles anders.“ Sie wolle auch auf keinen Fall „einen Impfstoff aufgedrückt bekommen“. Das Maß an Zumutungen sei für sie übervoll.

Den Shutdown der Wirtschaft kritisierte Petra Rothenbacher: „Dadurch sind viele Existenzen nicht nur  bedroht, sondern zerstört.“ Sie mache sich Sorgen, dass die Folgen noch jahrelang zu spüren sein werden. „Ich will meine Freiheit nicht verlieren“, nannte sie als Motivation ihrer Teilnahme an der Demo.

Und ein Ehepaar aus Blaustein hielt die Schließung von Kitas und Schulen unsinnig: „Das führt zu Vereinsamung und Verdummung.“