Die Stadt Ulm in der Corona-Krise: Zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte müssen geschlossen bleiben, viele Cafés sind wie ausgestorben. Doch wo weiterhin Normalität zu herrschen scheint, sind die Donauwiesen, auf denen besonders die jüngere Generation Zeit verbringt. Schulschließungen und abgesagte Vorlesungen schaffen Freiraum, um sich mit Freunden zu treffen.

Die Empfehlungen, zur Eindämmung des Coronavirus soziale Kontakte zu minimieren, halten viele nicht davon ab, dort die ersten sonnigen Tage gemeinsam zu genießen. „Respekt habe ich vor dieser Situation, Angst aber nicht“, sagt Aaron, der mit seiner Familie am Donauufer sitzt. „Man kann die Kontakte zwar eventuell ein wenig einschränken, beim Einkaufen trifft man allerdings genauso auf Leute.“

Schulschließungen wegen Corona: Schüler bereiten sich trotzdem aufs Abi vor

Die Schüler aus dem Biologie-Leistungskurs der Waldorfschule nutzen ihre Zeit nun, um sich gemeinsam an der frischen Luft auf ihr wohl immer noch bevorstehendes Abitur vorzubereiten. Als kleinere Gruppe an der frischen Luft schätzen sie die Ansteckungsgefahr als nicht sehr hoch ein. Überhaupt hingen immer die selben Leute miteinander ab. Gedanken machen sie sich vor allem über die abgesagte Abi-Fahrt und eine mögliche Verschiebung der Prüfungen.

Franzi und ihre Freundinnen treffen sich aktuell lieber im kleinen Kreis. „Durch die Schulschließungen sind die sozialen Kontakte sowieso begrenzt“, sagt sie. „Da vor allem ältere Leute gefährdet sind, helfe ich meiner Oma beim Einkaufen“, ergänzt ihre Freundin. Cool sei, dass man sich jetzt das Lernen selbst einteilen könne.

Leon möchte sich hingegen möglichst gar nicht einschränken lassen. Bars seien zwar nun geschlossen, aber „wenn jetzt eine Homeparty mit 20 Leuten oder so stattfinden würde, dann würde ich da trotzdem hingehen“. Trotz der massiven Einschränkungen ist er wie die überwiegende Mehrheit der befragten jungen Leute noch positiv gestimmt.