An ihrer selbstgeschriebenen Stand-Up-Comedy hatten die sechs Comedians vom Theater in der Bastion sichtlich ebenso viel Spaß wie die Zuschauer. Es muss nicht alles perfekt sein, um zu wirken. Man kann auch mal nur Witze erzählen und sie sogar versteigern, um sie für die Zivilisation zu retten. Denn jedes Jahr gehen über 7500 Witze verloren gehen, so Simon Weyh gemeinsam mit Tobias Geyer.

Eine lustige Idee, wie so viele an diesem Abend. Wenn manchmal ein Witz zu viel vorgelesen wurde oder einzelne Beiträge ein paar Längen zeigten, sah man darüber gerne hinweg - zu amüsant war es dazwischen. Etwa wenn Simon Weyh sich über seine perfekten Arbeitskollegen aufregte, die von Fräulein Zeitschleife, Bad Jokes, Sergeant Easy bis zum Mr. Goodgelaunt reichten, der einem hoch motiviert und pfeifend ein Pfefferminzplätzchen anbietet. Das war textlich und spielerisch geschliffene Comedy, die sich nicht vor großen Vorbildern verstecken muss: durchdacht und trotzdem leicht verdaulich, wie es sich gehört für Kost "Direkt vom Erzeuger" - so der Titel der Show.

Vergnüglich auch Tobias Geyers Fazits zu Klischees und Erkenntnisschüben in seinem Leben sowie die Auflistung seines Badschrankes, dessen Inhalt sich seit dem 30. Geburtstag bedenklich mit Schönheitsprodukten gefüllt hat. Frank Bündgens nahm die fleischlose Welle aufs Korn und präsentierte sich zum Victory-Zeichen als Veggieman. Christa Mayerhofer spielte mit russischem Akzent ein Mütterchen aus Kasachstan, die mit ihren Söhnen so einige Probleme hatte. Ja, es war nicht einfach ein Leben zwischen Sputnik und Spätzle, Pädagogik und Palatschinken.

Eine Bereicherung für die Gruppe ist Diana Jung, die mit Ukulele und Ziehharmonika Frank Bündgens an der E-Gitarre unterstützte. In einer eigenen Comedy-Nummer amüsierte sie sich auf Schwäbisch über das "Wettrüsten um die tollsten Urlaube" - und darüber, dass man überall auf der Welt immer wieder auf Landsleute stößt.

Info Nächste Vorstellung: Heute 20 Uhr im Theater in der Bastion.