Ulm Clowns, Artistik, Risiko: Zirkus Carl Busch in Ulm

Weltweit einmalig: Alexandra Gerbey singt eine Arie - und zeigt dabei an Seidentüchern hoch oben unter der Zirkuskuppel artistische Kunststücke. Foto: Matthias Kessler
Weltweit einmalig: Alexandra Gerbey singt eine Arie - und zeigt dabei an Seidentüchern hoch oben unter der Zirkuskuppel artistische Kunststücke. Foto: Matthias Kessler
Ulm / BEATE STORZ 07.04.2012
Arien in luftiger Höhe, Eisenstangen weich wie Wachs, Frauen, die plötzlich weg und wieder da sind. Der Zirkus Carl Busch in der Friedrichsau ist voller Attraktionen. Auch Elefanten gehören dazu.

Wer Elefanten durch die Friedrichsau spazieren sieht, der ist nicht im falschen Film. Hier wird keine Szene aus dem Zweiten Punischen Krieg gedreht, als Hannibal mit Kriegselefanten die Alpen überschritt. Nein, die Dickhäuter gehören zum Zirkus Carl Busch, der bis zum 16. April in Ulm gastiert. "Die Tiere brauchen Auslauf", erklärt Tourneeleiter Reto Hütter.

Bei der Premiere war das Zelt brechend voll. Die beiden Sänger Yuri Kovalchuk und Alexandra Gerbey begleiten so manche Darbietung, ihr Repertoire reicht von französischen Chansons bis zu italienischen Klassikern. Weltweit einmalig: Während Alexandra Gerbey eine Arie in Vollendung singt, zeigt sie an Seidentüchern hoch oben in der Zirkuskuppel artistische Kunststücke.

Die Tony Tonito Clowns lassen sich vom Publikum beim Jonglieren helfen, doch die Teller zerbrechen bereits beim Versuch, sie zu fangen. Sie sind weder aus Porzellan noch aus Plastik - das Material ist Clownsgeheimnis, das Reto Hütter nicht verrät. Das sei echte Clownskunst, keine seichte Comedy. "In Europa gibt es nur fünf traditionelle Clownsfamilien, der Rest ist in der Comedy-Ecke versandet", erklärt er.

Zirkus ist auch Risiko, vor allem, wenn nicht getürkt wird, sondern Aufführungen ohne Seil und doppelten Boden dargeboten werden. Beim Überspringen einer Fahne auf dem Drahtseil stürzte José Munoz metertief zu Boden und lag eine Sekunde mit schmerzverzerrtem Gesicht da. Das Publikum hielt den Atem an. Das war nicht gespielt. Doch Munoz handelte, wie ein Artist handeln muss. Er stieg wieder aufs Seil - und die Nummer gelang unter tosendem Beifall. Viel Applaus bekamen auch die Rollschuhkünstler Carlo und Nancy. Zauberer Dennis Rush lässt in Sekundenschnelle Damen verschwinden - und zaubert sie genauso schnell wieder her. Der "stärkste Mann der Welt" Carlo Triberti verbiegt Stahl auf seinen Knien, zerreißt Ketten und zieht mit den Zähnen einen großen Nagel aus einem Holzbrett.

Kein Zirkus ohne Tiere: Natascha Wille-Busch zeigt ihre Pferdedressuren, Manuel Wille-Busch seine Elefanten und Manuel Frank Kamele. Die Lieblinge der Kinder sind eindeutig die Ponys.

Info
Der Zirkus Carl Busch ist bis 16. April in Ulm. Vorstellung täglich um 15 und 20 Uhr (sonn- und feiertags 15 und 18 Uhr), Tierschau täglich von 10 bis 12 Uhr.

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