Ulm / JAKOB RESCH Da haben sich die Stadträte ganz schön reingestottert in den Wettbewerb für den neuen Ulmer Bahnhofsplatz. Man fragt sich, warum das Projekt Citybahnhof eigentlich monatelang vordiskutiert wird, wenn dann doch wieder alles in Frage gestellt wird.

Da haben sich die Stadträte ganz schön reingestottert in den Wettbewerb für den neuen Ulmer Bahnhofsplatz. Man fragt sich, warum das Projekt Citybahnhof eigentlich monatelang vordiskutiert wird, wenn dann doch wieder alles in Frage gestellt wird. Haben die Stadträte da irgendwann den Zug verpasst?

Immerhin, sie sprechen alle von einem Jahrhundertprojekt - entscheiden dann aber offenbar mit Blick auf den morgigen Tag. Diesen Eindruck hinterließ die Debatte über die Friedrich-Ebert-Straße, die den Sinn fürs große Ganze vermissen ließ. CDU und FWG sahen schon das komplette Ulmer Verkehrssystem zusammenkrachen, wenn der Autoverkehr dort nur noch auf einer Spur je Fahrtrichtung rollen kann.

Dabei stellen die Planer solche Fragen in einen größeren Zusammenhang und organisieren den Verkehr künftig einfach anders. Der Bahnhof wird unterirdisch angefahren und zusätzlich mit einem neuen Zugang von der Schillerstraße her. Das erlaubt es, großzügiger mit dem Bahnhofsplatz umzugehen. Schon vergessen?

Auch wieder wahr ist freilich, dass die Dinge in einem noch größeren Kontext stehen und neue Viertel rund um den Citybahnhof herum neuen Verkehr anziehen. Und was das große Ganze angeht, muss sich die Stadtverwaltung fragen lassen: Warum sollen die benachbarten Sedelhöfe und ihr Zugang nichts mit der Planung des Bahnhofsplatzes zu tun haben? So schwierig ist das halt mit Jahrhundertprojekten.