Der Innenhof des Gleis 44: weihnachtlich geschmückt. Lichterketten, Christbaumkugeln, Lametta. Zarte Schneeflocken fallen vom Himmel. An den Stehtischen tummeln sich die Menschen. Fremde kommen ins Gespräch, lachen. Es fließen Glühwein und Punsch. In den Foodtrucks brutzeln die Leckereien auf dem Grill: Burger-Patties, Würste. Der Geruch von Falafel zieht durch die kalte Winterluft, mischt sich mit dem Duft von geschmolzener Schokolade. Die Flammen der Feuertonnen flackern, spenden Wärme. Ein Sänger rundet die Szene mit einem Weihnachtslied ab.

Street-Food-Festival im Gleis 44 mal anders

So stellen sich Kevin Alizade und Daniel Bürger das Charity-Event vor, das am 22. Dezember von 13 bis 18 Uhr im Ulmer Kulturzentrum über die Bühne geht. „Es soll etwas ganz Besonderes werden“, sagt Alizade. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Gastronom zusammen mit seinem Partner Benjamin Holzinger eine ähnliche, aber deutlich kleinere, Aktion vor dem Eingang der Südwest Presse organisiert. Damals reichten die „Illerbuben“ aus dem Fenster ihres Foodtrucks Suppe und Punsch an Bedürftige – kostenlos. Andere gaben für ihre Mahlzeit eine Spende. Gemeinsam wurde gegessen. „Es war ein schönes Miteinander“, blickt Alizade zurück. Bürger, der in der Region mehrere Events wie etwa den Street-Food-Sunday im Gleis 44 organisiert, war von Idee und Umsetzung begeistert. „Ich wollte in diesem Jahr unbedingt mitwirken“, so Bürger.

Ulm: Charity-Event am 22. Dezember

Nun steht das neue Konzept, das sich am Street-Food-Sunday orientiert: Mehrere Gastronomen sind am Veranstaltungstag mit ihren Foodtrucks vor Ort, unter anderem die „Illerbuben“, „Karl Heinz Drews“, „Adibs Falaffel“ und „Süße Früchtchen“. Bedürftige können umsonst essen und trinken, die anderen Gäste erhalten ihre Bestellung gegen einen Obolus an den Förderkreis Ulm für tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm e.V. Dabei können sie frei entscheiden, wie viel sie geben möchten. Die Angestellten des Gleis 44 schenken Punsch und Glühwein aus, DJs spielen, darüber hinaus tritt ein Sänger auf.

Institutionen der Stadt Ulm werden über Aktion informiert

Um die Charity-Aktion bei der Zielgruppe bekanntzumachen, stehen Alizade und Bürger in Verbindung mit Johannes Streiter, der bei der mobilen Jugendarbeit in Böfingen tätig ist. Streiter nutzt seine Kontakte zu anderen städtischen Institutionen, informiert Kollegen des kommunalen sozialen Dienstes und der Schuldnerberatung über das Event. „Ich finde die Idee super“, sagt Streiter, „ich denke, dass die Aktion sehr gut angenommen wird.“

Alizade und Bürger hoffen, dass sich zwei Tage vor Heilig Abend möglichst viele Menschen auf den Weg ins Gleis 44 machen. „Wenn die Leute Interesse haben, werden wir die Veranstaltung im kommenden Jahr noch größer aufziehen“, sagt Alizade.