CDU CDU: Reaktionen auf Kramp-Karrenbauers Wahl

Ulm / us,cl,cmy 08.12.2018

Das Ergebnis war knapp: Mit einem Vorsprung von 35 Stimmen setzt sich Annegret Kramp-Karrenbauer gegen ihren Mitbewerber Friedrich Merz durch. Sie tritt jetzt die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende an. Wie finden das prominente Ulmer CDU-Parteimitglieder?

„Ich finde erst einmal, dass dieses Ringen um die Nachfolge Merkels für die Partei Positives gebracht hat“, sagte Ulms OB Gunter Czisch. Egal, wie knapp das Ergebnis sei, die Leute sollten es akzeptieren, und „Frau Kramp-Karrenbauer muss es gelingen, die Partei zu befrieden“. Er erwarte, dass so schnell wie möglich wieder Sacharbeit geleistet werde. „Dieses Land braucht eine handlungsfähige Regierung.“

Die Wahl von Kramp-Karrenbauer zeige, dass die Mehrheit in der Partei eine „integrierende Funktion“ positiv bewerte, findet Barbara Münch. Die Stadtverbandsvorsitzende „hätte aber mit Merz genau so gut leben können“. Der Wettbewerb habe eine Aufbruchstimmung erzeugt, der der Partei gut getan habe. Nun gelte es, Visionen für Deutschland zu entwickeln, Probleme anzugehen und eine gute Diskussionskultur in der CDU voranzutreiben.

In einem Brief an die Delegierten hatte die ehemalige Ulmer CDU-Stadträtin Johanna Filbinger-Wagner die Wahl von Friedrich Merz zum neuen Parteivorsitzenden empfohlen (wir berichteten). Entsprechend verhalten äußerte sich die Tochter des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger gestern nach dem Sieg Kramp-Karrenbauers. „Das war denkbar knapp. Demokratie ist Demokratie, man muss das Ergebnis akzeptieren.“ Sie habe sich vorher so klar positioniert, „weil sich Friedrich Merz als Kandidat konkreter geäußert hat“, sagte Filbinger-Wagner. Falls die CDU unter ihrer neuen Vorsitzenden an der Merkel-Linie festhalte, „wird es viele geben, die sich endgültig von dieser Partei abwenden“.

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