CDU CDU-Zoff vor Einigung

Kompromiss statt Gericht: Abgeordnete Ronja Kemmer.
Kompromiss statt Gericht: Abgeordnete Ronja Kemmer. © Foto: Joachim Striebel
Ulm / Alb-Donau-Kreis.  / Christoph Mayer 25.07.2018

Im Rechtsstreit zwischen der Ulmer CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer  und der von ihr Ende März gefeuerten langjährigen Wahlkreisbüro-Mitarbeiterin Elke Plankenhorn (wir berichteten) deutet sich eine gütliche Einigung an. Ein für heute angesetzter Anhörungstermin vor dem Ulmer Arbeitsgericht ist kurzfristig abgesetzt und auf den 5. September vertagt  worden, teilte Plankenhorn auf Anfrage mit. „Frau Kemmer und ich werden versuchen, bis dahin eine Kompromisslösung zu finden, sagte die 59-Jährige. „Ich bin zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird.“

Über die Inhalte einer möglichen Vereinbarung wie auch zu ihren Forderungen wollte Plankenhorn sich nicht äußeren. Überdies, so deutete sie schon jetzt an, werde eine Art „Schweigegelübde“ wohl Bestandteil der auszuhandelnden Vereinbarung sein. Es ist somit davon ausgehen, dass Plankenhorn, die ursprünglich auf Wiedereinstellung geklagt hatte, eine Abfindung erhalten und sich im Gegenzug nicht mehr öffentlich zu dem Fall äußern wird.

Die Entlassung hatte vor allem deshalb für Aufmerksamkeit gesorgt, weil Plankenhorn eine schwerstbehinderte 29-jährige Tochter versorgt und ihr Ehemann seit einem Schlaganfall nur eingeschränkt arbeitsfähig ist – die Familie befürchtet deshalb, in finanzielle Schieflage zu geraten.

Vertrauen verspielt

Die Ulmerin hatte 17 Jahre im CDU-Wahlkreisbüro gearbeitet und schon unter Kemmers Vorgängern Heinz Seiffert und Annette Schavan Büroarbeiten erledigt, ohne dass es Beschwerden über sie gab. Kemmer hatte die Kündigung gegenüber Plankenhorn offenbar damit  begründet, dass diese „Bürointerna ausgeplaudert“ und somit ihr Vertrauen verspielt habe. Nach Ansicht von CDU-Insidern hatte die Chemie zwischen Kemmer und Plankenhorn nicht gestimmt. Rechtlich ist die auf 30. September 2018 terminierte Kündigung einwandfrei. Gegenüber der SÜDWEST PRESSE hatte Kemmer sich nicht zu dem Fall geäußert. Zu Personalangelegenheiten nehme sie keine Stellung, so die 29-Jährige. 

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