Mobilität CDU-Stadtrat schlägt Mobility Campus vor

Ulm / Chirin Kolb 09.01.2019

Die Wissenschaftsstadt weiter befördern, den Schwerpunkt Mobilität in Ulm ausbauen, neue Wege gehen – all diese Überlegungen stehen hinter einem Vorschlag, den der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Kienle in die Diskussion um die Entwicklung Ulms eingebracht hat. Er stellt sich einen „Mobility Campus“ vor: Räume, in denen Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen über die Mobilität der Zukunft nachdenken, in denen sie forschen und entwickeln.

„Die Mobilitäts- und Infrastrukturplanung nimmt eine unglaublich dynamische Entwicklung“, sagt Kienle. In der Ulmer Wissenschaftsstadt gebe es viel Know how in diesen Zukunftsthemen. Dieses Potenzial besser zu nutzen und auszubauen, soll Sinn und Zweck eines „Mobility Campus“ sein. Kienle stellt sich eine Art „Verschwörhaus für Wissenschaftler“ vor. Im von OB Gunter Czisch initiierten Verschwörhaus am Weinhof können Computerbegeisterte an der digitalen Welt von morgen basteln.

Das Problem an einem Mobility Campus ist laut Kienle allerdings: Für interdisziplinäre, also fächerübergreifende, Forschungsräume gibt es im Rahmen bestehender Gesetze keine finanziellen Fördermöglichkeiten durch Bund oder Land. Die Universität könne einen fächerübergreifenden Mobility Campus demnach nicht einrichten. Kienle denkt deshalb über eine Art „Morgengabe“ der Stadt nach, wie es er bei den Haushaltsberatungen formulierte.

Die städtische Unterstützung müsse nicht zwingend in Form von Geld sein. Der CDU-Fraktionsvorsitzende könnte sich auch vorstellen, dass die Stadt beispielsweise frei werdende Räume im Science Park zur Verfügung stellt. Er ist überzeugt davon, dass die Stadt Ulm davon profitieren würde: als technologischer Vorreiter, aber auch in Form von Arbeitsplätzen.

OB reagiert zurückhaltend

OB Czisch reagiert auf Kienles Vorstoß zurückhaltend. Wenn die Universität mit einem Konzept oder Anforderungsprofil auf die Stadt zukomme, werde er das unterstützen: „Wir sind die Letzten, die blockieren, wenn eine gute Idee im Raum steht.“ Entscheiden müsse jedoch der Gemeinderat. Noch fehle ihm selbst aber eine konkrete Vorstellung davon, was sinnvoll oder nötig sein könnte. Der OB machte deutlich: Die Idee eines „Mobility Campus“ ist ihm noch zu unkonkret.

Die CDU-Fraktion möchte darüber hinaus, dass die Städte Ulm und Neu-Ulm eine Handlungsstrategie entwickeln, wie das Thema Mobilität gemeinsam geplant und umgesetzt werden kann. Die Verwaltung soll über das weitere Vorgehen berichten, heißt es in einem Antrag. Neben der Zeitschiene erwartet die Fraktion auch Aussagen darüber, wie viel Personal dafür notwendig wäre.

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