Die große Politik ist manchmal ganz klein. Sie kann auch als Putzete im Wald daherkommen. Karin Graf und Anton Kaifler sind überzeugt: Politik ist alles, was nah dran ist an den Menschen und ihrer Lebenswirklichkeit. Die Vorsitzende der CDU im Ulmer Süden und ihr Vorgänger sind sich einig, dass die Politik in Gögglingen, Donaustetten und Unterweiler „ins Dorf hineinwirken“ soll, wie Kaifler sagt. Dazu gehört umgekehrt, dass sich jeder, ob Mitglied oder nicht, an den Aktivitäten beteiligen kann.

Anton Kaifler hat den CDU-
Ortsverband vor 50 Jahren mitgegründet und war sein erster Vorsitzender. Immerhin 31 Jahre lang, bis er das Amt im April 2000 an Karin Graf übergab. Er war Stadtrat, sie ist es noch und kandidiert am 26. Mai wieder für die CDU. „Nicht nur für unsere Ortschaften da sein, sondern die Gesamtstadt gestalten“ – darauf hätten sie immer Wert gelegt.

Manche Themen begleiten den Ulmer Süden seit Jahrzehnten: das wachsende Industriegebiet Donautal, der Schwerlastverkehr, der sich durch die Orte wälzt, der Bau der Querspange. Ein langer Atem sei nötig in der Politik, Durchhaltevermögen. Und trotz einiger Erfolge lässt sich manches nicht abhaken. Ein Beispiel: Die CDU habe zwar erreicht, dass eine Beschilderung die Lastwagen von der B 30 über das Donautal zur B 311 führe. „Aber inzwischen gibt es Navi und Maut, und die Lkw nehmen doch wieder den kürzesten Weg“, sagt Karin Graf. Da heißt es also wieder: Dranbleiben, sich für Lärmschutz und  Verkehrsberuhigung einsetzen.

Mit Ulm gut gefahren

Ein umstrittenes Thema war die Eingemeindung 1974. „Gögglingen war mehrheitlich dagegen, Donaustetten dafür“, erinnert sich Kaifler. Im Nachhinein ist er zufrieden: „Wir sind gut gefahren mit Ulm.“ Wenn auch nicht immer konfliktfrei. So war geplant, eine Mülldeponie im Donaustetter Wald zu bauen. „Wir sind dagegen Sturm gelaufen.“ Erfolgreich. Der Ulmer Müll musste nach Frankreich exportiert werden, bis die Verbrennungsanlage im Donautal gebaut war.

Der CDU-Ortsverband Gögglingen-Donaustetten-Unterweiler kann für sich in Anspruch nehmen, eine Ministerin hervorgebracht zu haben: Monika Stolz, die das Sozialressort im Land verantwortete. „Anton Kaifler hat Frauen immer gefördert und gefordert“, sagt Karin Graf über ihren Vorgänger. Sie selbst kam zur Kommunalpolitik, weil sie sich als junge Mutter für bessere Kinderbetreuung einsetzen wollte – noch so ein Thema, das bleibt. Und die Waldputzete ist längst ergänzt um den Rädlesmarkt und eine Dorfputzete.

Info Der CDU-Ortsverband feiert sein 50-jähriges Bestehen am Samstag, 16. Februar, ab 17 Uhr in der Riedlenhalle in Gögglingen. Es sprechen unter anderem OB Gunter Czisch und Monika Stolz. Anton Unsöld und Anton Kaifler halten einen Rückblick in Versen und Bildern.