Bundestag CDU-Abgeordnete Ronja Schmitt strebt Bundestagskandidatur an

Die Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt. Die CDU-Politikerin ist seit Ende des Jahres 2014 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Die Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt. Die CDU-Politikerin ist seit Ende des Jahres 2014 Mitglied des Deutschen Bundestages. © Foto: Soeren Stache/dpa
Ulm / THOMAS STEIBADLER 19.04.2016
Ronja Schmitt will im Bundestag bleiben. Die 26-jährige Abgeordnete ist die erste Bewerberin um die CDU-Kandidatur im Wahlkreis Ulm. <i>Mit einem kommentar von Thomas Steibadler: Mit Volldampf ins Getümmel</i>.
Die Wahl vor der Wahl könnte spannend werden. Am 22. Juli entscheiden etwa 2200 CDU-Mitglieder aus Ulm und dem Alb-Donau-Kreis, wer bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 im Wahlkreis 291 als Direktkandidat der Union antreten wird. Eine Bewerberin steht bereits fest. „Ich habe mich entschlossen anzutreten“, sagte Ronja Schmitt, seit Dezember 2014 im Parlament, gestern. Die 26-Jährige hat damit als erste ihren Hut in den Ring geworfen. Es dürfte nicht die einzige Bewerbung bleiben.

Davon geht jedenfalls Paul Glökler, der Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Alb-Donau/Ulm, aus. Nach internen Gesprächen in den vergangenen Wochen seien weitere Kandidaturen zu erwarten. „Das belebt das Geschäft“, sagt Glökler. Noch am Abend der Nominierung in der Turn- und Festhalle in Allmendingen könne sich jedes Parteimitglied bewerben, erläutert der Kreisvorsitzende.

Als möglicher weiterer Bewerber gilt Peter Bausenhart aus Ehingen. Der 41-Jährige gehört der CDU-Gemeinderatsfraktion an und ist stellvertretender Kreisvorsitzender. Gestern ließ der Betriebswirt noch offen, ob er die Bundestagskandidatur anstreben wird. Bausenhart dürfte sich jedoch in den kommenden Tagen erklären.

„Wenn man mich fragen würde, wäre ich nicht abgeneigt.“ Das hat Stephan Werhahn, seit Juni 2015 Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung Alb-Donau-Ulm, vor knapp einem Jahr über eine mögliche Bundestagskandidatur gesagt. „Ich bin noch am Nachdenken“, sagte der 62-Jährige, ein Enkel Konrad Adenauers, gestern. Voraussetzung sei, dass aus dem Kreisverband „ein Interesse an dem Kandidaten Werhahn“ bekundet werde. Er werde sich aber nicht aufdrängen, „wenn sich abzeichnet, dass die Mitglieder mit Ronja Schmitt zufrieden sind“. Deren Auftreten bezeichnet Werhahn als „engagiert“. Bertram Holz, Vorsitzenderdes Stadtverbands Ulm, bescheinigt ihr sogar „sehr gute Arbeit“. Auch Kreisvorsitzender Glökler findet lobende Worte für die junge Abgeordnete die in Berlin gut vernetzt sei und sich im Wahlkreis einsetze.

Das betont die aus Calw stammende Abgeordnete auch in ihrer Bewerbung an die CDU-Mitglieder: „Im Wahlkreis bin ich tatkräftig unterwegs und im parlamentarischen Betrieb nicht nur angekommen, sondern voll aufgenommen.“ Sie gehöre unter anderem dem Bundesvorstand der Frauen-Union an und verfüge über ein breites Netzwerk. „Der Wahlkreis Ulm/Alb-Donau profitiert von diesen Kontakten.“

Ein Kommentar von Thomas Steibadler: Mit Volldampf ins Getümmel

Eines muss man Ronja Schmitt lassen. Die 26-Jährige hat die Chance, die sich ihr vor gut 15 Monaten bot, mit beiden Händen gepackt. Noch als Studentin rückte die frühere Landesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) für den verstorbenen Andreas Schockenhoff in den Bundestag nach. Anstelle des Leutkirchers Waldemar Westermayer, der im Juli 2014 für Annette Schavan nachgerückt war und dann den Schockenhoff-Wahlkreis Ravensburg übernahm, kümmert sie sich seither für die CDU um den Wahlkreis Ulm. Mit Volldampf stürzte sich die Newcomerin ins parlamentarische Getümmel in Berlin, an der Basis in Ulm und im Alb-Donau-Kreis schrubbt sie Termin um Termin. Auch innerhalb der Landes-CDU verfügt Ronja Schmitt offenbar über gute Kontakte. Das zeigt die Tatsache, dass sie in der Arbeitsgruppe „Bildung“ an den Koalitionsgesprächen in Stuttgart beteiligt war.

Aber reicht das, um die CDU- Mitglieder davon zu überzeugen, dass die bislang jüngste Bundestagsabgeordnete die richtige Kandidatin für Ulm und den Alb-Donau-Kreis ist? Das hängt vor allem von der partei-internen Konkurrenz ab. Nach dem Rückzug von Annette Schavan hoffte der Kreisverband für die Wahl im Herbst 2017 auf eine gestandene Persönlichkeit, die sowohl das bodenständige Heimspiel als auch den Ellbogeneinsatz auf dem Berliner Parkett beherrscht. Ronja Schmitt ist immerhin auf dem Weg dorthin.

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