Ulm Carmen Souza mit rasantem Mix im Alten Theater

Ulm / JENZ KELLER 27.10.2015
Der Verein Kunstwerk macht bereits seit einiger Zeit durch gute und anspruchsvolle Konzerte auf sich aufmerksam. Mit dem Gastspiel von Carmen Souza & Theo Pascal im Alten Theater gelang den Machern jetzt ein besonderer Coup.

Die portugiesische Musikerin mit kapverdischen Wurzeln und ihr Entdecker und Förderer, der begnadete Bassist und Produzent Theo Pascal, präsentierten mit ihrer Band im Rahmen einer ausgedehnten Welttournee in Ulm ihr siebtes gemeinsames Album "Epistola". Dessen Vorgänger erreichten bereits hohe Positionen in den Jazz- und Weltmusikcharts und wurden von der internationalen Presse gefeiert.

Gefeiert wurden vier außergewöhnliche Musiker auch an diesem Abend für einen rasanten Mix aus Jazz, Weltmusik und traditionellen kapverdischen Rhythmen, der von Carmen Souza in Creole, Englisch, Französisch und Portugiesisch vorgetragen wurde. Dabei stachen live vor allem die beiden einzigen Coversongs des aktuellen Albums, die "Moonlight Serenade" von Glenn Miller oder der "Cape Verdean Blues" von Horace Silver heraus. Beide spielte das Quartett in einem brillanten Stilmix aus kapverdischer Morna und portugiesischem Fado.

Fasziniert verfolgte das Publikum, wie sich Bass, Saxophon und Schlagzeug mit ihren Solos abwechselten, und auch Carmen Souza zeigte immer wieder, wie facettenreich sie ihre Stimme einzusetzen vermag. Ihr einzigartiger Gesang brachte ihr Vergleiche zu Sängerinnen wie Billie Holiday, Nina Simone und Marie Daulne ein. Durch ihr Talent als Sängerin, Komponistin und Musikerin festigte sie ihren Platz in der internationalen Weltmusik- und Jazz-Szene und wurde mit Preisen wie einer Grammy-Pre-Nomination oder diversen German Record Critics Awards geehrt. Carmen Souza und Theo Pascal spielten in den letzten Jahren auf nahezu allen namhaften Jazz-Festivals. In Ulm war das Alte Theater leider nur zur Hälfte gefüllt.