Nato-Kommando Bundewehr: Ulm bleibt sicher

Wilhelmsburg-Kaserne Ulm: wird die Führung des Multinationalen Kommandos Operative Führung von General Roßmanith an General Knappe übergeben
Wilhelmsburg-Kaserne Ulm: wird die Führung des Multinationalen Kommandos Operative Führung von General Roßmanith an General Knappe übergeben © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Willi Böhmer 13.06.2018

Schweben die Ulmer durch das geplante Nato-Kommando in der Wilhelmsburgkaserne in größerer Gefahr als je zuvor? Diese Einschätzung war zuletzt von mehreren Lesern geäußert worden. Generalleutnant Jürgen Knappe, Befehlshaber der beiden Bundeswehreinheiten, versicherte gestern, dass die Gefährdungslage für die Stadt durch das Nachschub- und Unterstützungskommando (Kürzel: JSEC) nicht größer werde. Das Kommando werde überhaupt erst aktiviert, wenn es eine internationale Gefährdungslage gebe. Die Leserbriefe besorgter Bürger zu diesem Thema  habe man durchaus gesehen.

Der Aufbau des Nato-Kommandos sei für Militärs, „egal auf welcher Seite“, logisch, sagte Generalmajor Klaus Habersetzer, Chef des Stabes in der Wilhelmsburg. Es gehe um Marschwege für Militärkonvois und Nachschubeinheiten innerhalb  Europas, um deren Sicherheit, um zügige Grenzübertritte, Zollverfahren und vieles mehr, das für den Fall einer Krise vorbereitet werden müsse.

Mit Aufrüstung habe das nichts zu tun, sagte Knappe. Und Ulm werde dadurch auch nicht ins Visier russischer Raketen kommen. Es gebe für ihn zwei Punkte: Zum einen freue er sich, dass das Ulmer Einsatzführungskommando mit seinen knapp 800 Soldaten durch die Ansiedlung eine zukunftsweisende Aufgabe bekomme. Ein zweiter Punkt sei jedoch, dass die Nato auf Entwicklungen wie die Krim-Annexion und die Ukrainekrise reagieren musste.

Sie sei zur Überzeugung gekommen, dass ihre Strukturen dafür nicht mehr ausreichten und mit Blick auf die geänderte Sicherheitslage angepasst werden müssten. Das neue Ulmer Kommando sei ein Beitrag dazu. Es nehme die Aufgabe wahr, im rückwärtigen europäischen Raum die Operationsfreiheit für die Nato-Kräfte sicherzustellen.

Momentan wird im Verteidigungsministerium das Grobkonzept mit der Nato abgestimmt. Es wird derzeit von etwa 100 Mann gesprochen, die das JSEC-Kommando in Friedenszeiten dauerhaft umfassen soll.

Keine größere Sorgen

Zugleich wurde bekannt, dass die Bundeswehr die Bleidorn-Kaserne länger als geplant für eigene Zwecke reservieren will. Ursprünglich wollte die Stadt das Areal am Kuhberg in diesem Jahr kaufen, um dort Wohnungen zu bauen. Dies werde nun bis „in die Mitte der 2020er Jahre verschoben“, bestätigt Ulrich Soldner von den städtischen Liegenschaften. Angesichts neuer Baugebiete am Safranberg, am Egginger Weg sowie dem Gebiet Am Weinberg bereite ihm diese verzögerte Freigabe keine größeren Sorgen, versicherte Soldner. Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir fordert, dass die Bundeswehr der Stadt entgegenkommen und so planen solle, dass die Bleidorn-Kaserne deutlich schneller geräumt werden könne. Denkbar sei, dass die UWS zunächst auch nur einen Teil des Geländes bebaut.

Ältestenrat soll Auswirkungen beraten

Antrag Die SPD im Ulmer Gemeinderat beantragt in Zusammenhang mit Ulm als Standort für ein künftiges Nato-Hauptquartier eine Informationsrunde durch den Ältestenrat. Es soll darum gehen, wie sich diese Einrichtung auf die Stadt auswirken kann.

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