Stabübergabe zum 1. Juli: Von diesem Mittwoch an übernimmt das auf der Ulmer Wilhelmsburg sitzende Multi­nationale Kommando Operative Führung für sechs Monate die Aufgabe des militärstrategischen Hauptquartiers für die schnelle EU-Eingreiftruppe.

Mit der gleichzeitig stattfindenden Übernahme der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft durch Deutschland habe das ­allerdings nichts zu tun, sagt Presseoffizier Hagen Messer auf Anfrage: „Das ist Zufall.“ Die fünf „Operational Headquarters“ in Rom, Larissa (Griechenland), ­Paris, Northwood (Vereinigtes Königreich) und Ulm wechselten sich turnusmäßig ab.

Einsatz nur im Krisenfall

Was das für die Ulmer Militärs bedeutet? Im Krisenfall würde die schnelle EU-Eingreiftruppe mit (je nach Einsatzort) 1500 bis 3500 Soldaten von der Wilhelmsburg aus gelenkt. Presseoffizier Messer: „Wir haben uns ­intensiv auf diese Aufgabe vor­bereitet.“

Voraussetzung für einen Einsatz ist ein Marschbefehl durch die EU sowie eine Zustimmung durch den Deutschen Bundestag. Die Hauptaufgabe bestünde dann darin, etwaige politische Beschlüsse der EU in militärisches Handeln umzusetzen. Das Ulmer Kommando hatte die Einsatzleitung in den vergangenen Jahren schon mehrfach übernommen. Generalleutnant Jürgen Knappe, Befehlshaber des Ulmer Kommandos, sagt: „In Zeiten großer Herausforderungen übernimmt Deutschland eine besondere Verantwortung.“