Ehrung Bundesverdienstkreuz für Prof. Jörg Fegert

Mit Bundesverdienstkreuz, Urkunde und Fliege: Jörg Fegert freut sich sehr über die Auszeichnung durch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.
Mit Bundesverdienstkreuz, Urkunde und Fliege: Jörg Fegert freut sich sehr über die Auszeichnung durch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Christoph Mayer 19.07.2018

Es war gewissermaßen eine Bundesverdienstkreuzverleihung de Luxe gestern Abend in der Villa Eberhardt. Nicht nur des architektonischen Rahmens und der großen Festschar wegen. Sondern auch, weil entgegen meist üblicher Gewohnheit nicht das Stadtoberhaupt die Ehrung vornahm. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) war extra aus Stuttgart angereist, um dem Ulmer Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Jörg Fegert das Bundesverdienstkreuz am Bande (siehe Infokasten) ans Revers zu heften.

In einer dem Festakt vorgeschalteten Pressekonferenz  lobte die Ministerin Fegerts Engagement als „Kämpfer gegen Kindesmissbrauch und für Kinderschutz“ über den grünen Klee. Als Klinikchef, Forscher, Regierungsberater und nimmermüder Wissensvermittler derart hervorragende Arbeit zu leisten, sei ja schon preiswürdig genug. Doch Fegerts Verdienste seien größer. „Sie haben durch ihre Arbeit die Standards in ganz Deutschland verändert und so eine ganz andere Wertschätzung für das Kindeswohl aufgebaut.“

Stets drei Schritte voraus

Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz – über lange Jahre Mitglied der Kinderkommission des Bundestages – sah das so. Fegert sei es zu verdanken, dass Kinder und Jugendliche in der Kinderpsychiatrie heute als eigenständige Rechtssubjekte gesehen würden. „Er war der gesellschaftlichen Entwicklung immer drei Schritte voraus.“

Der 61-jährige zeigte sich sichtlich gerührt. „So viel Lob bekommt man nicht alle Tage.“ Er hoffe, das Bundesverdienstkreuz trage dazu bei, seinem Lebensthema zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. „Kinderschutz sollte in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein und ein Aufwachsen ohne Gewalt selbstverständlich.“

Als Kinder- und Jugendpsychiater engagiert sich Fegert auf unterschiedlichen Ebenen  – von der Forschung zu psychischen Traumata bis zur Missbrauchsprävention. So hat er zahlreiche Gesetzgebungsverfahren in Bund und Ländern begleitet und am runden Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch mitgewirkt.

Der gebürtige Heilbronner wechselte 2001 von Rostock nach Ulm, wo er die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie aufbaute. Als Wissenschaftler verfasste der Mediziner Standardwerke seines Fachs, aktuell ist er einer der Sprecher des Ulmer Zentrums für Traumaforschung.

Deutschland ehrt in acht Stufen

Orden Der Verdienstorden wird in acht verschiedenen Stufen verliehen. Als Erstauszeichnung werden üblicherweise die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande vergeben. Es folgen das Verdienstkreuz Erster Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern beziehungsweise mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes. Letztere geht nur an Staatsoberhäupter.

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