Bundestagswahl Bundestags-Kandidaten stellten sich den Fragen Ulmer Schüler

Den Fragen von Erstwählern und Jugendlichen unter 18 stellten sich gestern die Ulmer Bundestagskandidaten.
Den Fragen von Erstwählern und Jugendlichen unter 18 stellten sich gestern die Ulmer Bundestagskandidaten. © Foto: Matthias Kessler
Tanja Miller 15.09.2017
Ulmer Kandidaten stellten sich den Fragen Ulmer Schüler beim Erstwählerworkshop mit anschließender Podiumsdiskussion im Stadthaus.

Wenn Studierende außerhalb der EU gebührenfrei bei uns studieren, wird es dann sicher gestellt, dass diese Studenten deutschen Bürgern nicht zur Last fallen?“ – „Statt öffentliche Plätze mit Überwachungskameras auszustatten, wäre es nicht sinnvoller dort eine Streife hinzustellen?“ Diese und noch mehr Fragen stellten Ulmer Schüler am Donnerstag bei einer Erstwählerveranstaltung im Stadthaus. Ronja Kemmer (CDU), Hilde Mattheis (SPD) und Marcel Emmerich (Die Grünen) standen Rede und Antwort. Benjamin Strasser (FDP) aus Ravensburg vertrat Alexander Kulitz (FDP).

Bevor die Bundestagskandidaten zu den Themen Bildung und Ausbildung, Innere Sicherheit sowie Europapolitik Auskunft gaben, erklärte Katrin Schuler das Wahlsystem. Die 22-Jährige ist Studentin und als freie Mitarbeiterin bei der Landeszentrale für politische Bildung tätig.

Zuerst wollte sich die Referentin einen Überblick über die anwesenden 18-Jährigen machen. Denn „ihr dürft ja schon wählen“, sagte sie. Knapp ein Viertel der 250 jugendlichen Zuhörer stand auf. Eingeladen hatte der Ring Politischer Jugend Ulm (RPJ) alle Ulmer Gymnasien, Berufs-, und Privatschulen.

Leider war die Rückmeldung gering, wie die 17-Jährige Vorsitzende des RPJ Luisa Brög berichtete. Sie erklärte sich das damit, dass die Veranstaltung kurz nach den Sommerferien angesetzt war, oder, dass in den Schulen zu wenig über Politik gesprochen wird. „Den Lehrern fehlt einfach ein Gefühl dafür,“ sagte Brög.

Obwohl sich die Schüler für Politik zu interessieren scheinen. Denn sie wollten von den Kandidaten einiges wissen. Vor allem das Thema Bildung interessierte die Jugendlichen. Sarah vom Hildegard Gymnasium fragte Ronja Kemmer etwa, ob im Unterricht auch über sexuelle Vielfalt gesprochen werden soll. Die Antwort fiel kurz aus: „Ja, Aufklärung ist wichtig“, sagte Kemmer. Sie fügte hinzu, dass sich damit die Länder beschäftigen müssen.

Insgesamt kam die Veranstaltung bei den jungen Erwachsen gut an. Jedoch kritisierte Jonna Tangermann vom Hildegard Gymnasium, dass die Kandidaten ihre Antworten auf das junge Publikum angeglichen hätten. Dies habe die 17-Jährige vor allem bei Ronja Kemmer empfunden. Von den Kandidaten habe ihr daher am besten Marcel Emmerich gefallen: „Er war authentisch“, sagte Tegermann.

Justus Meyer zu Bexten vom Hans und Sophie Scholl Gymnasium bezeichnete den Workshop als interessant und aufklärend. Die Veranstaltung habe ihm viel Aufschluss über die Art des Wahlkampfes gegeben, sagte der 17-Jährige. Leider könne er noch nicht wählen. Das Wahlrecht ab 18 hält er für gerechtfertigt. Denn nicht jeder Jugendliche sei in der Lage zu wählen.

Diese Meinung teilt die 17-Jährige Luisa Haiß vom Hildegard Gymnasium nicht. Ab 16 zu wählen sei von Vorteil, weil Jugendlichen Teil der Zukunft sind. Die Veranstaltung habe ihr gefallen. Toll fand sie, dass sie die Abgeordneten so nicht nur auf den Plakaten sieht, sondern auch mal live.

Ring Politischer Jugend

Organisation Der Ring Politischer Jugend (RPJ) ist ein überparteilicher Zusammenschluss der vier parteilichen Jugendorganisationen, die im Landtag Baden-Württemberg vertreten sind. Dazu gehören die Junge Union, die Jungsozialisten, die Jungen Liberalen, sowie die Grüne Jugend. Die Idee für die gestrige Veranstaltung kam von der 17-Jährigen Vorsitzenden des RPJ Luisa Brög. Ihr viel auf, dass viele Personen aus ihrem Freundeskreis am 24. September das erste Mal wählen. Aber „sie haben keine Ahnung, wen sie wählen und ob sie überhaupt zur Wahl gehen“, sagte Börg. Der Ring Politischer Jugend macht sich dafür stark, die politische Bildung der Jugendlichen zu fördern.