"Ulm. Privatstadt. Betreten auf eigene Gefahr!" Mit diesem Slogan tritt die "Bürgerinitiative Sedelhöfe" gegen die Einkaufsgalerie auf. Sie beklagt die Intransparenz des Verfahrens und den geplanten Verkauf öffentlichen Raums. Bei der Podiumsdiskussion zum Projekt am Mittwoch fragte Jochen Schmidberger von der Piratenpartei, Mitglied der Initiative wie Eva-Maria Glathe-Braun von den Linken, was es bedeute, wenn die öffentlichen Flächen in den Sedelhöfen Privateigentum seien. Das bringe schließlich andere rechtliche Bedingungen mit sich. Baubürgermeister Alexander Wetzig blockte ab: "Die Frage, wem die Fläche gehört, ist letztlich akademisch." Wegerechte würden festgeschrieben. Die Bürgerinitiative fordert den Stopp des Bebauungsplanverfahrens, den Verzicht auf den Verkauf öffentlicher Straßen und die Offenlegung aller Verträge und Protokolle zu den Sedelhöfen. Außerdem soll es eine "konsequente Bürgerbeteiligung" geben. Und dann fragt sie schon mal, welche Kosten der Stadt entstünden, würde sie heute von diesem Projekt zurücktreten.

Schmidberger hält für die Piratenpartei unterdessen fest, dass sie nicht das Ob, sondern das Wie des ganzen Projektes kritisiere. "Insofern war die Podiumsdiskussion vergangenen Mittwoch eine reine Show-Veranstaltung." Bis heute würden legitime Fragen von der Stadt nicht oder nur ausweichend beantwortet.