Ulm Bürgerempfang der Rathausfraktion: Bootshaus beschert SPD viele Besucher

Ulm / JÜRGEN BUCHTA 17.09.2014
Zum Bürgerempfang der SPD-Rathaus-Fraktion strömten doppelt so viele Besucher wie üblich. Kein Wunder: Fand der doch im Bootshaus statt.

Keinem, der beim alljährlichen Bürgerempfang der SPD-Fraktion am Montagabend erschienen ist, sei unterstellt, dass ihn die Ulmer Sozialdemokraten und ihre Politik nicht interessiert. Auffällig war allerdings, dass sich schätzungsweise doppelt so viele Besucher als in den Vorjahren dazu eingefunden haben. Damals hatten sie in die Mensa des ehemaligen HfG-Gebäudes oder ins Roxy geladen.

Auch für Fraktionschefin Dorothee Kühne stand fest, dass der montägliche Besucheransturm zum Teil auch auf den Veranstaltungsort zurückzuführen ist: das neue Bootshaus, das im April eröffnet wurde und das sicherlich noch nicht alle gesehen hatten. Kühne findet, wie sie in ihrer Rede betonte, das Restaurantschiff "einen ganz tollen Ort".

Gleichzeitig erinnerte sie an Vorstöße ihrer und anderer Rathausfraktionen, noch einiges im näheren Umfeld zu ändern. Wünschenswert sei ein Tretbootverleih an der Donau, sagte sie. Die Oststadt biete Raum genug, um einen ansprechenden Park einzurichten. Auch in Sachen Wohnungsbau vor allem für die sozial Schwachen und die Flüchtlinge, die es wieder vermehrt in der Stadt unterzubringen gilt, sieht die Fraktionsvorsitzende Handlungsbedarf. Vor einigen Jahren habe die Kommunalpolitik auf Nachverdichtung gesetzt, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, sagte sie. Diesen Ansatz gelte es nochmals zu überdenken, für möglich hält sie auch Aufstockungen auf vorhandene Gebäude. Der städtischen Bauverwaltung empfahl sie, sich bei diesen Bauvorhaben über die Landesbauverordnung hinwegzusetzen.

Gastrednerin während des Empfangs war Prof. Tanja Weil, die das Institut für Organische Chemie III und Makromolekulare Chemie an der Ulmer Uni leitet. Die Stadt hatte die Chemikerin am Schwörmontag mit ihrem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Tanja Weil, die vor vier Jahren aus Singapur an die Donau gekommen ist, lobte Ulm als weltoffene Stadt, in der es sich gut leben lässt. In der Uni sei ein großer Teamgeist spürbar, der die interdisziplinäre Forschung enorm begünstige. Weil skizzierte auch mögliche Einsatzgebiete des Nano-Diamant-Sensors, den sie gemeinsam mit den Ulmer Physikern Fedor Jelezko und Martin Plenio entwickelt hat.

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