Buchtipp Buchtipp aus Senden: „Ich fahre nach Madrid“

Beate Watzka empfiehlt Naira Gelaschwilis Roman.
Beate Watzka empfiehlt Naira Gelaschwilis Roman. © Foto: Matthias Kessler
Senden / lgh 24.08.2018

Eine „wunderschöne Novelle“ hat Beate Watzka entdeckt. Die Buchhändlerin von der Bücherwelt Senden empfiehlt das Buch einer georgischen Autorin: Naira Gelaschwilis „Ich fahre nach Madrid“. „Ich möchte dieses kleine Buch sehr empfehlen, weil es eine wunderbare Gelegenheit ist, georgische Literatur kennenzulernen, zumal  Georgien diesen Herbst Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist“, sagt Beate Watzka.

Der Roman handelt von Sandro Litscheli, der sich nichts mehr wünscht, als eine Auszeit zu nehmen und einfach in Ruhe gelassen zu werden. Für sein Abtauchen lässt er sich allerhand einfallen: eine Dienstreise, die Erbschaftsangelegenheit seiner Schwiegereltern und sogar eine schwerkranke Mutter. Dementsprechend verabschiedet er sich von seiner Frau, dem Chef und seiner Geliebten.

In Wahrheit besucht er seinen alten Schulfreund, Chefarzt eines Krankenhauses in Tiflis, der ihm ein nummernloses Krankenzimmer als „Ferienwohnung“ mit Vollpension anbietet. Dass er ihn nach Dienstschluss auf ein Glas Cognac besuchen kommt, versteht sich von selbst. Und so wird Sandro Litscheli in seinem Zimmer mit Blick auf den Park ein Reisender ohne Geld und Behördenerlaubnis. Ungestört fährt er nach Madrid, besucht mit Wind in den Haaren die Plaza de España, auf der das Denkmal seines Lieblingsdichters Cervantes steht, oder erkundet Madeira – was könnte einfacher sein! Litscheli glaubt fest daran, diese Reisen tatsächlich einmal zu unternehmen, doch auch Traumreisende werden vom realen Leben aufgeweckt.

„Ein Roman über die gedankliche Freiheit und die Kraft der Fantasie“, sagt Beate Watzka – 1982 erstmals erschienen und von Verleger Jörg Sundermeier mit einem interessanten Nachwort versehen.

Info Naira Gelaschwili: Ich fahre nach Madrid. Aus dem Georgischen von Lia Wittek  und Mariam Baramidse, Verbrecher Verlag, 120 S., 16 Euro.

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