Broom Bezzums: Winterliches im Charivari

UDO EBERL 10.12.2013

Die beiden englischen Musiker Mark Bloomer und Andrew Cadie sind in den vergangenen sieben Jahren zur festen Größe in der internationalen Folkszene geworden, leben aber der Liebe wegen seit geraumer Zeit in Deutschland. So erlebten die Besucher beim gut besuchten Konzert der "Broom Bezzums" im Charivari Songs im Wohlfühl-Folkbereich mit amüsanten deutschen Ansagen.

Tanzbare Jigs und Reels wurden zwar geboten, der Schwerpunkt lag aber bei dieser Weihnachtstour auf Balladen und soften Songs. Bloomer und Cadie sind zwar dafür bekannt, dass sie ihren Folk durchaus auch mit Pop- und frischen Rockelementen aufpeppen, in Ulm zogen sie aber die Kaminfeuer-Variante vor - mit starkem Harmonie-Gesang, dem Katie Doherty mit ihrer glasklaren Stimme den zusätzlichen Kick gab, und zwei Leadsängern, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Die Winter- und Weihnachtszeit zelebrierte das Trio keineswegs eindimensional. Da wurde unterm Kirschbaum geträllert, ein "Seemannslied aus der Pfalz" angestimmt, Cadie outete sich als Anhänger von Steckrübe und urig-britischen Halloween-Variante, und mit dem Stück "Ach bitterer Winter" packte das Trio sogar vergessenes deutsches Liedgut aus. All das fein arrangiert. Mit "Round the Houses" servierten sie zudem einen Song, der derzeit beim Rundfunksender SWR 3 in der zweiten Runde für die Wahl zum besten Weihnachtslied steht.

Nachgelegt wurde mit Stücken über gebrochene Herzen und Nasen, Flipflops im Schnee oder ein deutsch-englisches Fußballspiel an Heiligabend mitten im Ersten Weltkrieg. Und dann gabs noch ein Lied über die wilden Hügel Northumbrias, in denen die Schafe zur Weihnachtszeit bisweilen auch Partyhüte tragen. Natürlich mussten die Musiker bei dieser etwas anderen Weihnachtsparty noch Zugaben spielen, denn die Stimmung war auch tanzlos prächtig.