Entsorgung Was macht die Stadt mit den abgegebenen Weihnachtsbäumen?

An vielen Orten werden ausrangierte Weihnachtsbäume am Straßenrand wie etwa hier in Ludwigsfeld gesammelt, wo städtische Mitarbeiter sie abtransportieren. Nach der Fasnet werden mit ihnen die Funkenfeuer geschürt.
An vielen Orten werden ausrangierte Weihnachtsbäume am Straßenrand wie etwa hier in Ludwigsfeld gesammelt, wo städtische Mitarbeiter sie abtransportieren. Nach der Fasnet werden mit ihnen die Funkenfeuer geschürt. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 09.01.2019
Nach der Weihnachtszeit sammeln die Städte weit mehr als 100 Tonnen vertrocknete Bäume ein.

Über die Frage, wie lange die Weihnachtszeit geht, gibt es in Kirchenkreisen durchaus unterschiedliche Ansichten. Während die liturgische Weihnachtsdauer von offizieller Kirchenseite von Heiligabend an 40 Tage zählt und somit bis zum 1. Februar dauert, sehen einige Theologen das Ende mit der Taufe Jesu am 6. Januar gekommen, dem Fest der Erscheinung. Ganz untheologisch und aus ausschließlich praktischen Erwägungen heraus scheint sich die Stadtverwaltung dieser Sichtweise angeschlossen zu haben: Jedenfalls sammelt sie seit dem 7. Januar die Christbäume als das vergängliche Symbol der Weihnachtszeit ein.

Tag für Tag werden je nach Abfuhrbezirk die Bäume abgeholt und auf Kosten der Stadt eingesammelt. Unterwegs sind allein in Ulm immerhin zwei Lkw mit sechs Mann Besatzung, die jeden Tag in anderen Bezirken des Stadtgebiets die bereitgestellten und vollständig entschmückten Bäume abholen. In der Summe sind das im württembergischen Ulm rund 100 Tonnen, in  Neu-Ulm kommen weitere hinzu, ohne dass es von dort aber Gewichts- oder Mengenangaben gibt.

Kostenloser Service der Städte

In Neu-Ulm werden von städtischer Seite am kommenden Freitag, 11. Januar, die Bäume abgeholt. In den beiden östlich gelegenen Stadtteilen Pfuhl und Burlafingen sammeln die Vereine am darauffolgenden Samstag, 12. Januar. Jeweils sollen die Bäume morgens ab 7 Uhr bereit liegen. In Neu-Ulm wird ein Teil der Bäume gehäckselt und kompostiert. Wie Sandra Lützel von der Stadtverwaltung Neu-Ulm mitteilt, können die Bürger im Gegenzug auf dem Baubetriebshof Kompost kaufen.

In beiden Städten kommt auch dieser kostenlose Service der Entsorgungsbetriebe auf der einen und des Baubetriebshofs auf der anderen Donauseite den Vereinen zugute. Die richten verschiedentlich am ersten Sonntag nach Aschermittwoch die Funkenfeuer aus – also dem ersten Fastensonntag. Die Bedeutung ist letztlich nicht so eindeutig, landläufig aber herrscht der Glaube an einen heidnischen Brauch vor, wonach mit den Feuern den Winter ausgetrieben werden soll.

Die moderne Ethnologie zeichnet dagegen ein anderes Bild und bringt die Funkenfeuer mit dem Beginn des Fastenzeit in Verbindung. Gleichwie, Betriebsleiter Thomas Mayer von den Ulmer Entsorgungsbetrieben sagt, dass mit dem Einsammeln der Bäume die Vereine unterstützt werden. Mayer: „Wir wollen mithelfen, das Brauchtum aufrecht zu erhalten.“ Teilweise geht die Unterstützung soweit, dass den Vereinen die alten Weihnachtsbäume gleich Lkw-weise zugefahren werden. In anderen Fällen gibt es auf das Stadtgebiet verteilt Sammelstellen, wo sich die Vereine bedienen können, wie Mayer sagt. Die Termine der Funkenfeuer stehen noch nicht vollständig fest.

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Abfuhrbezirke und Öffnungszeiten

Entsorgungsbetriebe: Das Stadtgebiet Ulm ist in zehn Abfuhrbezirke aufgeteilt, an der sich auch die Abfuhr der ausrangierten Weihnachtsbäume orientiert. Heute ist beispielsweise Bezirk 4 an der Reihe, morgen ist es Bezirk 5. Wer seinen Abfuhrbezirk nicht kennt, gibt unter www.ebu-ulm.de/abfall/abfuhrtermine.php seinen Straßennamen ein und erfährt Bezirk und Termine.

Baubetriebshof: Im Neu-Ulmer Stadtgebiet wird nur am Freitag, 11. Januar, gesammelt – mit Ausnahme von Pfuhl und Burlafingen, wo die Vereine am Samstag,12. Januar, sammeln. Der Betriebshof hat folgende Öffnungszeiten: Montag und Dienstag 9-12.30 Uhr, 13.30-18 Uhr; Mittwoch geschlossen; Donnerstag 9-12.30 Uhr und 13.30-18 Uhr; Freitag 9-12.30 Uhr und 13.30-19 Uhr; Samstag 9-15 Uhr.

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