Sägewerk Ursache nach Großbrand in Sägewerk noch unklar

Ulm / Von Christoph Mayer 29.06.2017

Am Tag nach dem nächtlichen Großfeuer bietet das Sägewerk „Gaiser und Söhne“ ein Bild der Zerstörung. Auf dem Areal „Beim B’scheid“ direkt hinter der Blau in der Weststadt fährt einem auch am frühen Nachmittag noch beißender Brandgeruch in die Nase, an mehreren Stellen kringeln sich Rest-Rauchschwaden in die Lüfte empor.  Rot-weiße Absperrbänder verwehren Neugierigen den Zutritt. Das auf Stahlträgern ruhende Dach ist größtenteils abgebrannt oder verkohlt: Einsturzgefahr. Unter dem Dach steht ein ausgebrannter Kleinlaster, auf einer Löschwasserlache schwimmt Öl, es stammt wohl aus dem Motor des Fahrzeugs. „Das müssen wir schnell absaugen“, sagt ein städtischer Mitarbeiter, der die Unglücksstelle begutachtet.

Mitarbeiter freigestellt

Neben ihm steht Markus Igel, Betriebsleiter des Sägewerks. Wie es jetzt weitergeht? Er habe keine Ahnung, sagt er. Klar sei lediglich, dass der Betrieb erst einmal ein- und die acht Mitarbeiter bis auf weiteres  freigestellt werden. Hat Igel eine Vermutung bezüglich der Brandursache? „Viel zu früh, dazu etwas zu sagen. Es war ja noch nicht mal ein Sachverständiger da.“

In der Nacht auf Mittwoch gegen 2.15 Uhr hatte das mit tausenden Baumstämmen, Brettern und Holzlatten belegte Gelände plötzlich in Flammen gestanden.  Dank eines Zeugenanrufs war die Feuerwehr keine fünf Minuten später vor Ort, insgesamt waren 85 Rettungskräften und 14 Fahrzeuge im Einsatz. „Das ist die Hälfte unserer  verfügbaren Mannschaft“, sagt Einsatzleiter Peter Langmaier. Für die Feuerwehrleute war es ein Routine-Einsatz ohne größere Schwierigkeiten, sieht man einmal  davon ab, dass auch einige Bäume auf der Blauinsel Feuer fingen. Ein freistehendes und von allen Seiten einsehbares Gebäude ohne Anbauten, keine Menschen in Gefahr, dazu die direkt hinter dem Werk fließende Blau, die Löschwasser in rauen Mengen lieferte. Bis zu 5500 Liter pro Minute  pusteten Langmaiers Leute aus den Schläuchen auf den Brandort. Gegen 5.20 Uhr war alles gelöscht, gegen 12 Uhr zog die Brandwache ab.

Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 1,5 Millionen Euro. Über die Brandursache könne man noch keine Angaben machen, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jürgens. Gestern Nachmittag untersuchte ein Brandsachverständiger das Gelände Meter für Meter, ein Ergebnis nannte die Polizei nicht, es gelte nach wie vor: technischer Defekt, Brandstiftung, Fahrlässigkeit, sonstige Ursache – alles denkbar, alles möglich. Erst nach Abschluss der Untersuchungen werde man sich zur möglichen Ursache äußern, sagt Jürgens. Auch Langmaier hält sich bedeckt: „Zur Brandursache kann ich nichts sagen.“

4000 Kubikmeter pro Jahr

Auch unter ihrem neuen Eigentümer Schwenk (siehe Infokasten) arbeitet das Sägewerk Gaiser mit angeschlossener Holzhandlung eigenständig. In einem Umkreis von 50 Kilometern beliefere man Zimmerleute, Dachdeckerfirmen, Baugeschäfte wie auch Privatleute mit zugeschnittenem Holz, sagt Igel, umgesetzte Jahresmenge: etwa 4000 Kubikmeter.

Sägewerk gehört Schwenk-Zement

Wechsel 2013 hat der damalige Eigentümer „Gaiser und Söhne“ das Sägewerk an die benachbarte Schwenk-Zementgruppe verkauft. „Wir betreuen das Unternehmen aber nicht operativ“, sagt Schwenk-Sprecher Stefan Renz.  Ergo gebe es auch noch keine Überlegungen, wie es mit dem Werk weitergehe.