Kommentar Imagevideo der Stadt Ulm: Bräsig war gestern

Ulm / Christine Liebhardt 21.02.2018
Ulm bastelt fleißig an seinem neuen Image, kommentiert Christine Liebhardt.

Was macht Ulm wirklich aus? Es dauert ein paar Minuten, bis das neue Video der Stadt diese Frage beantwortet: Es seien die Menschen, die die Stadt jeden Tag am Laufen halten. Fleißig feilen die Ulmer Öffentlichkeitsarbeiter seit ein paar Jahren an einem neuen Image der Stadt und umschmeicheln nicht uneigennützig ihre Zielgruppe: Auszubildende, die zu Fachkräften werden und bleiben sollen.

Cool, weltoffen, lebenswert: So stellt das Video die Stadt dar. Bräsig, das macht das Intro sofort klar, war gestern. Nur nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern weitergehen und Veränderung selbst in die Hand nehmen – so sehen sich die Stadtbewohner gerne. Ungewohnt und deshalb bemerkenswert ist, dass die Stadt sich nicht nur mit feiner Ironie präsentiert, sondern auch klar benennt, was sich so mancher denkt, aber nicht gern gehört wird: Dass es einem hier auch zu eng, klein und anstrengend sein kann. Das erfordert Größe.

Die braucht es, um Menschen an sich zu binden, ob als Arbeitgeber Verwaltung oder ganz allgemein als Stadt. Wer die eigene Engstirn­igkeit auch mal aufs Korn nehmen kann, zeigt Humor. Und wer Ausbildungskonzepte umsetzt zeigt, dass er an die Zukunft denkt. Das sind zumindest nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen Arbeitgeber.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel