Sicherheit Bombenfunde: Realgrund stellt Bauarbeiten vorübergehend ein

Im Baufeld „Südstadtbogen“ an der Memminger Straße in Neu-Ulm hat die Ulmer Realgrund die wesentlichen Bauarbeiten vorübergehend eingestellt. Das Gelände soll jetzt sorgfältiger nach Blindgängern abgesucht werden.
Im Baufeld „Südstadtbogen“ an der Memminger Straße in Neu-Ulm hat die Ulmer Realgrund die wesentlichen Bauarbeiten vorübergehend eingestellt. Das Gelände soll jetzt sorgfältiger nach Blindgängern abgesucht werden. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 16.04.2018
Nach Gesprächen zwischen der Stadtverwaltung und dem Bauherren wird das Gelände besser nach Bomben-Blindgängern abgesucht.

Eine förmliche Anordnung sei nicht notwendig gewesen, die Ulmer Realgrund habe in den Gesprächen mit der Stadt kooperiert. Das sagt die Stadt nach Gesprächen mit dem Bauträger. Die Tiefbauarbeiten auf dem knapp 17.000 Quadratmeter großen Gelände „Südstadtbogen“ werden vorübergehend eingestellt. Realgrund-Vorstand Christian Holz sprach am Montag von mindestens 10 Tagen. In dieser Zeit wird das ganze Areal in drei oder vier Zonen eingeteilt und akribisch nach weiteren Bombenblindgängern untersucht.

Damit folgt die Realgrund genau dem Vorschlag, den Andreas Heil, der Betriebsleiter der Kampfmittelbeseitigungsfirma Tauber aus Nürnberg,  am Freitag gemacht hatte. Seine Mitarbeiter hatten die drei Bomben (3. und 18. März sowie 13. April) entschärft. Es könne nicht sein, sprach er den Verantwortlichen der Stadt und des Bauherren vor den versammelten Medien ins Gewissen, dass im Wochenrhythmus Bomben entschärft, große Teile der Innenstadt evakuiert werden und die Arbeit und das öffentliche Leben stillstehen muss.

Am Montag nun hat es im Rathaus ein Gespräch zwischen der Realgrund und den städtischen Abteilungen Sicherheit und Baurecht gegeben. Am Freitag wird gleich ein Vor-Ort-Termin folgen, an dem die Realgrund, die Stadtverwaltung und die Kampfmittelbeseitigung teilnehmen werden. Ziel sei es, das weitere Vorgehen festzulegen, sagte Realgrund-Vorstand Holz. Bis zum Abschluss der dann beschlossenen neuen Sondierungen würden die Tiefbauarbeiten im Wesentlichen ruhen. Holz: „Es wird nur das abgetragene Erdreich abgefahren, in dem keine Bomben stecken. Und im Bereich der Spundwände rund ums Baugelände wirde gearbeitet.“ Dort, so Holz, sei das Erdreich schon untersucht worden.

Realgrund-Vorstand Holz zeigte sich gestern nach einer kleineren und zwei größeren Evakuierungen durchaus einsichtig: „Hätte uns jemand bessere Möglichkeiten der Sondierung aufgezeigt, wir hätten es gemacht.“

„Da steckt noch was drin“

Darüber, ob es im Verlauf der neuen Sondierungen zu weiteren Bombenfunden kommt, kann im Moment nur spekuliert werden. Die Stadt hat diesbezüglich noch keine konkreten Hinweise, hieß es am Montag in einer Pressemitteilung. Kampfmittelbeseitiger Andreas Heil indes war sich am Montag in Neu-Ulm fast sicher: „Da steckt noch was drin.“

Der Südstadtbogen

Planung 450 Wohnungen in 15 kammartig angeordneten Blöcken, darin auch Raum für Gewerbe und Gastronomie, dazu ein exponiertes, 50 Meter hohes  Bürohochhaus mit 13 Etagen, unter dem ganzen Gebiet eine dreigeschossige Tiefgarage mit 860 Stellplätzen – das alles soll auf dem Südstadtbogen an der tiefergelegten Bahnstrecke im Westen Neu-Ulms entstehen. 140 Millionen Euro investiert die Realgrund. Im November vergangenen Jahres war mit den Bauarbeiten nach den Plänen des Ulmer Büros Mühlich, Fink & Partner begonnen worden. Jetzt werden sie vorübergehend stillgelegt. Der Grund sind drei Bomben-Entschärfungen in nur sechs Wochen.

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