Leitartikel zur Kolumne von Walter Feucht Böses Spiel mit der Angst

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bla © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 17.02.2018

Ein Demagoge ist ein Mensch, der durch seine politische Schrift das Volk aufhetzt und dabei auf die rhetorischen Mittel der Übertreibung, Verzerrung und Vereinfachung setzt – und sich manchmal sogar der Lüge bedient. Es handelt sich um Populismus, um eine Welt ohne Fakten, in der das böse Spiel mit der Angst  scheinbar alles zu rechtfertigen scheint.

Diese Woche gab es beiderseits der Donau zwei Vorgänge, die auf den ersten Blick nichts, auf den zweiten aber doch viel miteinander zu tun haben. Da ist zum einen der massive Protest gegen die Kolumnen von Walter Feucht im Magazin „Spazz“, die seit Jahren aus Übertreibungen, Verzerrungen und Vereinfachungen bestehen. Und da ist die Absetzung des VdK-Ortsvorsitzenden Neu-Ulm, weil der als AfD-Funktionär für eine Politik stehe, die aus Übertreibung, Verzerrung und Vereinfachung bestehe und mithin nicht mit den Zielen des Sozialverbands vereinbar sei.

Beide Vorgänge zeigen deutlich, dass es wieder zunehmend Menschen gibt, die sich einmischen. Menschen, die nicht jeden Blödsinn als Satire entschuldigen, und Beleidigung nicht als Meinungsfreiheit akzeptieren. Hut ab vor dem Sozialverband, der sich einer schwierigen Debatte stellt und eventuell sogar juristisch angreifbar macht, aber eindeutig Position bezieht für eine menschenfreundliche Gesellschaft.

Hut ab auch vor denen, die sich trauen, gegen den bestens vernetzten Unternehmer Feucht Stellung zu beziehen, der sicher kein Rassist ist, dessen selbstverliebte Lust an der grenzenlosen Provokation aber rassistische und beleidigende Inhalte gebiert. Der Rassismus im Großen, wie jetzt von der AfD in Sachsen so unschön zelebriert, wird durch den Populismus im Kleinen ermöglicht. Deshalb wäre es so wichtig, dass sich der Kolumnist Gedanken darüber macht, dass auch Querdenken, wie er es für sich in Anspruch nimmt, zuerst einmal etwas mit Denken zu tun hat.

Und dem KSM-Verlag mit seinen Publikation Spazz und Restaurantführer will man nach seinem desaströsen Krisenmanagement eigentlich nur dringend wünschen, grundlegend darüber nachzudenken, ob wirklich jedes Mittel den Zweck rechtfertigt, Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erzielen.

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