Konzert+ Blausteiner Bläserphilharmonie: Große Klasse

Ulm / Gottfried Lothar 03.12.2018

Bevor die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein, der amtierende Deutsche Meister, auftrat, spielte beim Herbstkonzert „The Winter Is Coming“ in der vollbesetzten Pauluskirche erstmal das Jugendorchester, beginnend mit „Arabian Dances“ von Roland Barrett. Ein einfühlsames Klarinettensolo, effektvolles Händeklatschen und wilde arabische Melodien sorgten für einen gelungenen Auftakt.

Lukas Lecheler führte sein Orchester auch beim anschließenden „Rondo für Rosie“ von Ted Huggens, dessen Solopart von Anne Bromberger prima gemeistert wurde, sicher und ruhig. Als Zugabe erklang „Crossings In Time“ von Michael Sweeney: ein ruhiges Stück, das allen Registern die Möglichkeit bot, noch einmal ihr Können mit langem Atem zur Schau zu stellen.

„Russische Ostern“ nannte Nikolai Rimski-Korsakow die konzertante Ouvertüre über Themen der russisch-orthodoxen Liturgie. In Tohru Takahashis Bearbeitung zeigte die Bläserphilharmonie ab dem ersten Ton ihre Klasse. Wunderbar gespielte Kadenzen und Soli von Klarinette, Flöte und Posaune, Choralthemen und Ostergesänge veranschaulichen den Übergang von der mystischen Osternacht zu den heidnischen Feierlichkeiten danach.

Sinfonisches Gemälde

Grandios erklang das sinfonische Gemälde „Gloriosa“ von Yasuhide Ito. Gregorianische Gesänge, japanische Volklieder, von der Piccolo-Flötistin großartig vorgetragen, klangvolle Effekte und gekonnt gespielte Wechsel in den Klangfarben durch alle Register hindurch ertönten imponierend. Dirigent Manuel Epli führt auch hier sein Orchester sicher und mit minimaler Gestik.

Krachend, doch immer klangschön und exakt ging es mit Jean Sibelius’ „Finlandia“ in der Bearbeitung von Jan Molenaar weiter. Der Sogwirkung des Werkes konnte man sich bei dieser furiosen Interpretation nicht entziehen. Ruhiger war es dann bei „October“ von Eric Whitacre, wobei Oboe und Euphonium mit schönen Soli hervortraten.

Im finalen „The Frozen Cathedral“ von John Mackey klirrten die Eiszapfen durch die ganze Kirche, da drei der zehn Schlagzeuger auf der Empore plaziert waren. Zimbeln, Glockentürme, Waterphones, mehrere Glockenspiele, Celesta, Flügel, Glasharfe und Harfe gehörten zum Aufgebot. Die erstklassigen Musiker sorgten samt Bassflöten-Solo für ein unvergessliches und monumentales Klangereignis. Der ruhige „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck als Zugabe entließ die begeisterten Zuhörer dann stimmungsvoll in die adventliche Nacht.

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