Entsorgung Blaue Säcke werden nicht mehr abgeholt

Der weiße Sack ist zwar durchsichtig, aber eigentlich sollte nur noch im Gelben Sack der Leichtstoffverpackungsmüll zur Abfuhr bereitgestellt werden.
Der weiße Sack ist zwar durchsichtig, aber eigentlich sollte nur noch im Gelben Sack der Leichtstoffverpackungsmüll zur Abfuhr bereitgestellt werden. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / cst 15.05.2018
Der Entsorger Remondis holt nur noch die durchsichtigen Gelben Säcke ab, keine blauen und grauen mehr.

Immer wieder beschweren sich Bürger bei den Entsorgungsbetrieben Ulm (EBU) über herumliegende Gelbe Säcke in der Stadt. Denn: Kaum hat ein Bürger seinen Gelben Sack mit dem Leichtstoffverpackungsmüll zu früh vor dem Abfuhrtermin rausgelegt, stellen andere ihre dazu, in Gelb, in Weiß, in Grau, in Schwarz, in Blau . . . Bisher hat das eigentlich nur für die Abfuhr der klassischen Gelben Säcke zuständige Unternehmen Remondis den gesamten Sammelplatz abgeräumt. Damit ist jetzt Schluss: „Die Firma Remondis nimmt nur noch ihre Gelben Säcke mit“, teilen die Entsorgungsbetriebe Ulm (EBU) mit, die für Remondis die Müllberatung und Öffentlichkeitsarbeit mit übernommen haben.

Ein Grund für die Neuregelung: Die andersfarbigen Säcke würden von einigen Firmen und Haushalten einfach bei den Gelben dazugelegt. Sie werden aber nicht wie jene von den EBU ausgegeben, sondern sind im Handel erhältlich. Und vor allem: Die meisten sind nicht durchsichtig, weshalb sie nach Erfahrungen von Remondis „überdurchschnittlich viele Fehlwürfe enthalten“, teilt EBU-Abfallberaterin Ute Seibt mit. „Was Remondis stehen lässt, müssen wir dann eben wohl oder übel holen“, fügt sie leise hinzu.

Aber selbst die Gelben Säcke enthielten nicht immer nur Leichtstoffverpackungen, sondern auch Abfälle wie Biomüll. Dies sei ein unschöner Anblick, vor allem aber können organische Abfälle „bei warmen Temperaturen zu unhygienischen Zuständen führen“, warnt die Abfallberaterin.

Wenn die dünnen Säcke dann noch von Ratten oder Krähen aufgerissen werden und der Inhalt auf Straßen und Gehwegen verstreut wird, seien diese Verunreinigungen nur noch mit hohem Aufwand zu beseitigen – letztendlich wieder von den städtischen Entsorgungsbetrieben. Die Gelben Säcke bestünden aber gerade deshalb aus dünnem, durchsichtigen Material, um Fehlbefüllungen vorzubeugen.

Dann müsste Remondis doch auch Gelbe Säcke stehen lassen, in denen ersichtlich ist, dass sie Fremdmüll enthalten? „Eigentlich schon, aber vorher sollen sie uns benachrichtigen, dann stecken wir bei Fehlwürfen Handzettel in die jeweiligen Briefkästen“, sagt Ute Seibt. Sofern dies überhaupt möglich ist, denn oft könne man die Säcke mit dem Fremdmüll den Verursachern gar nicht mehr zuordnen, etwa an Sammelstellen vor großen Mehrfamilienhäusern.

Zu der ganzen Problematik sagt Michael Schneider, Pressesprecher bei Remondis: „Wir dürfen und können die schwarzen, grauen oder blauen Säcke gar nicht mitnehmen, denn für die Leichtstoffverpackung sind nur die Gelben Säcke da.“ Punkt. Sollten die Remondis-Mitarbeiter sehen oder am Gewicht merken, dass ein Gelber Sack Fremdmüll enthält, werde der Sack stehen gelassen. Und er bekommt einen Aufkleber mit dem Hinweis, der Verursacher soll den Gelben Sack korrekt neu befüllen.

Dass solche Kontrollen und Vermerke Zeit und Personal kosten, haben die EBU selbst gemerkt. Und zwar bei ihrem bereits angekündigten Vorhaben, die braunen Biomülleimer zu kontrollieren, ob sie neben organischen Küchenabfällen verbotene, weil nicht kompostierbare Plastiktüten enthalten. Eigentlich sollten solche Biotonnen mit einer roten Karte versehen werden mit dem Hinweis, man solle den Müll sauberer trennen. Ute Seibt: „Bislang machen wir aber nur Stichproben, wir verteilen keine roten Karten, denn unser Konzept ist noch nicht ausgereift.“

Was darf alles in den Gelben Sack?

Verpackungsmüll Dazu gehören laut EBU-Müllfibel Aluminiumdosen und -folien, leere Farbeimer, Kunststoffflaschen, Kunststofffolien, Joghurtbecher, Kaffeeverpackungen, Kronkorken, Milchproduktebecher, Milchtüten, Plastiktüten, Safttüten, Styropor, Tetrapack, Tuben, Verbundverpackungen und Weißblechdosen. Und: Gelbe Säcke frühestens am Tag vor der Abfuhr bereitstellen.

Rollenverteilung Der Grundbedarf an Gelben Säcken wird zum Jahreswechsel von der Firma Remondis Süd an alle Haushalte verteilt. Eine Rolle Gelbe Säcke ist auch bei den EBU, im Service-Center Neue Mitte, in den Dienstleistungszentren, den Ortsverwaltungen und den Recyclinghöfen erhältlich, teilen die EBU mit.

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