Ich habe Aki angeschaut und Aki hat mich angeschaut“, so heißt es in „Miss Braitwhistle“ oft, der bekannten Kinder- und Jugendbuchreihe von Sabine Ludwig. Und genau so ging es der Klasse 4 aus Grimmelfingen, als die erfolgreiche Autorin auf Anfrage der Kinder spontan zusagte, ein Interview zu geben – Paul hat Daniel angeschaut und Daniel hat Paul angeschaut – und alle haben sich gefreut! Nicht nur viele spannende Fragen durften die Reporter beim Online-Interview stellen, sie bekamen auch spannende Antworten und konnten Sabine Ludwig sogar ein Geheimnis entlocken.

Maximlian und Ediz: Frau Ludwig, haben Sie als Kind gern gelesen?

Sabine Ludwig: Und wie! Ich habe sogar eine ganze Bücherei ausgelesen, jede Woche fünf Bücher, und eines der schönsten war Tom Sawyer. Aber auch Mary Poppins mochte ich sehr – vielleicht habt ihr ja bemerkt, dass ich ein paar Sachen von ihr für meine Miss Braitwhistle geklaut habe. Auch jetzt lese ich ganz viel – vor allem nachts, wenn ich nicht schlafen kann.

Paul: Wollten Sie schon immer Autorin werden?

Ludwig: Oh nein, überhaupt nicht! Ich habe nämlich nie gern geschrieben, und Aufsätze in der Schule waren für mich am schlimmsten. Eigentlich wollte ich Lehrerin werden, vielleicht, weil ich selbst so eine schreckliche Lehrerin hatte und ich es besser machen wollte. Später habe ich beim Rundfunk gearbeitet, und dort wurde ich gefragt, ob ich nicht mal etwas für Kinder schreiben könnte. Auch das konnte ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, denn ich mochte Kinder nicht! Kannte auch keine. Nur mich selbst, als ich ein Kind war, und ich war ein ganz schreckliches. Hatte nur Blödsinn im Kopf und hab’ immer Quatsch gemacht. Über diesen Blödsinn und alle die Abenteuer, die ich erlebt habe, habe ich angefangen, Geschichten zu schreiben. Und mittlerweile mag ich auch Kinder!

Paul: Wie heißt das erste Buch, das Sie veröffentlicht haben? Und war das gleich ein Hit oder hatten Sie Angst, dass es vielleicht niemandem gefallen könnte?

Das erste Buch, das ich veröffentlicht habe, hieß Frieda Frosch – weil ich mit zweitem Namen Elfriede heiße. Ich bekam damals einen Vertrag und ein festes Honorar und weiß bis heute nicht, wie viele Leser das erste Buch von mir gekauft haben.

Paul: Welches Ihrer Bücher mögen Sie am liebsten?

Stellt euch eine Mutter vor, die mehrere Kinder hat und gefragt wird, welches ihrer Kinder sie am meisten liebt. Sie wird es nicht sagen können. Und so ist es bei mir mit meinen Büchern auch: Ich mag sie alle.

Philipp: Also, wir lieben ja Miss Braitwhistle. Kommen wir doch zu ihr. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Eine kurze Weile war ich tatsächlich auch Lehrerin und hatte mal eine 10a – a wie Albtraum, und das war sie wirklich, die Klasse war so schrecklich und frech – und ich mochte sie doch und auch noch viel mehr als die langweilige Streber-Parallelklasse! Diese 10a war ein wenig meine Vorlage. Außerdem war ich schon oft zu Lesungen an Schulen, und in einer Schule sollte am nächsten Tag der Schulinspektor kommen und alles wurde geputzt und der Hausmeister schrubbte den Boden und ein kleiner Junge aß ein Brot und der Hausmeister motzte ihn an: „Du kannst doch hier nicht essen, da fällt sonst noch ein Krümel runter!“ Ich fand das so dämlich und so witzig, dass aus diesem Krümel Miss Braitwhistle entstanden ist.

Philipp: War Ihnen gleich klar, dass Miss Braitwhistle aus England kommen muss?

Tatsächlich hatte ich schon überlegt, ob sie vielleicht auch aus Frankreich kommen könnte. Doch es ist nun mal so, dass die Franzosen oder auch andere einfach not so very funny sind. Wer ist schon so schräg drauf wie die Engländer? Schaut euch nur Boris Johnson an – der ist doch wirklich schräg, oder?!

Daniel: Wie sind Sie denn auf den Namen Miss Braitwhistle gekommen?

Whistle bedeutet Pfeife – das war klar, denn Miss Braitwhistle hat ja auch im Buch so eine zauberhafte Pfeife. Und ich wollte einfach noch eine Vorsilbe, die wie ein Zungenbrecher schwer auszusprechen war. Der Verlag meinte, wenn das Buch Miss Braitwhistle hieße, würde es kein Mensch kaufen, weil es niemand aussprechen könne. Doch zum Glück habe ich mich durchgesetzt!

Laura: Mögen Sie selbst auch englische Kekse und englischen 5-Uhr-Tee, denn Sie wissen ja, Tee ist gut für die Nerven!

Oh ja, ich liebe englische Kekse, Ginger Nuts zum Beispiel, und vor allem auch englischen Tee!

Laura: Wird es noch einen nächsten Band geben?

Ich hatte eigentlich vor, nur einen Band zu schreiben – und dann sind es doch fünf geworden! Und ich kann euch etwas verraten, was noch keiner weiß: Ich habe gerade letzte Woche den Vertrag für einen nächsten Band unterschrieben! Es wird also noch einen sechsten Band geben!

Alle Kinder der Klasse jubeln.

Und soll ich euch noch was verraten? Vor Weihnachten soll der neue Band fertig sein – und ich weiß noch nicht, um was es da gehen soll! Ich habe wirklich noch keine Ahnung! Wenn euch also großer Blödsinn einfällt und ihr unmögliche Sachen macht, dann schreibt mir bitte und berichtet davon!

Hanna: Das machen wir! Und wird die fabelhafte Miss Braitwhistle eigentlich auch verfilmt – so wie zum Beispiel ihr anderes Buch „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“?

Die Filmrechte sind verkauft, irgendwann kann es also sein, dass es den Film zu Miss Braitwhistle geben wird, mal schauen, was daraus wird!

Hanna: Wir hätten da eine Idee, wer die 4a spielen könnte – bei Bedarf können Sie sich gerne an uns wenden! Und nun bedanken wir uns ganz herzlich für dieses tolle Interview!

Darum geht es im Buch „Die fabelhafte Miss Braitwhistle“ von Sabine Ludwig

Vorlesen In unserer Schule gibt es eine Vesperpause, in der uns unsere Lehrerin oft aus einem Buch vorliest. Unser absolutes Lieblingsbuch ist „Die fabelhafte Miss Braitwhistle“ von Sabine Ludwig. Darum geht es:
Inhalt Die Klasse 4a ist an der ganzen Schule als A wie Albtraum bekannt und treibt die Lehrer in den Wahnsinn! Die Klassenlehrerin Frau Taube ist kurz vor einem Nervenzusammenbruch und lässt sich beurlauben. Da kommt zum Glück als Austauschlehrerin Miss Braitwhistle aus England und erklärt sich bereit, die Klasse von Frau Taube zu übernehmen – und stellt alles auf den Kopf: Das Nachsitzen wird zur Flugstunde, denn plötzlich können die Viertklässler mit ihren Stühlen in ein englisches Schloss fliegen. Aus dem Schwimmbecken des Hallenbads wird eine tolle und rutschige Eisfläche. Ein Pferd kommt zum Tee und mitten im Sommer fängt es an zu schneien! Außerdem ist sie immer mit einer sonderbaren Tasche ausgerüstet, aus der sie nach Bedarf alles holen kann.
Akzent Mit ihrem lustigen englischen Akzent sagt sie Sätze wie „Well, wer sagt’s denn?“, „Let‘s wait and sea, „Tea is gut für die Nerven“, und Sprichwörter wie „Rutsch mir doch den Buckel runter“ werden von Miss Braitwhistle so erklärt: „Krummer Rucken rutscht gut runter!“
Bewertung Nicht nur Aki und Franz – zwei der Hauptpersonen der Geschichte –, sondern auch wir Kinder der Grundschule Grimmelfingen finden Miss Braitwhistle einfach fabelhaft. Laura und Hanna