Jacob (16) ist zwar Schüler der Gemeinschaftsschule Langenau, an diesem Donnerstagvormittag ist er jedoch mit seinen Schulfreunden auf dem Ulmer Messegelände. Dort wird Punkt 9 Uhr die zehnte Ulmer Bildungsmesse eröffnet, mit großem Bahnhof. Bildungsministerin Susanne Eisenmann hält einen Eröffnungsvortrag, der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch und der Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, Max-Martin Deinhard, sind ebenfalls mit dabei.

Schüler Jacob hat für diesen Tag einen Plan, einen Messefahrplan. Den haben die Veranstalter, die Stadt Ulm und die IHK, erstellen lassen, er ist im Internet abzurufen. Jacob hat diesen Fahrplan für sich im Unterricht erarbeitet. Deswegen weiß er, wo der Stand zu finden ist, für den er sich interessiert: Die Bundeswehr ist in Halle zwei. Seine berufliche Zukunft sieht Jacob weniger in einer Ausbildung, mehr im akademischen Bereich, wie er sagt.  Und das bei der Bundeswehr. Dort tummelten sich ohnehin viele Besucher, was offenbar mit am Hubschrauber lag, der die Attraktion in der Halle war.

Messe für die drei letzten Klassen einer Schulart

Alle zwei Jahre veranstaltet die IHK gemeinsam mit der Stadt Ulm die Messe zur Berufsorientierung und versucht auf diese Weise junge Menschen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen. Denn: Die Messe ist gedacht für die drei letzten Klasse einer Schulart, tausende Schülerinnen und Schüler werden die Messe besuchen, die drei Tage dauert. 280 Aussteller, vom Handwerksbetrieb bis zur Uni, wollen eine Orientierung bei der Berufswahl bieten und auch für sich werben.

Kultusministerin Susanne Eisenmann betonte in ihrer Rede, Ausbildungsberufe mehr wertzuschätzen: „Wir haben viele Leute, die einen Hausbau planen. Wir brauchen aber auch jemanden, der das Haus baut.“ Der Ulmer Oberbürgermeister Czisch erzählte, dass er vor 40 Jahren mit einer Ausbildung begonnen hat. Deswegen warb er so für eine Ausbildung bei der Stadt Ulm: „Wer eine Ausbildung macht, kann auch Oberbürgermeister werden.“

Messebesucherin Mia Dannemann (14) von der Realschule in Vöhringen  beispielsweise interessiert sich zwar für einen Ausbildungsberuf, die Sparte ist allerdings noch offen. Genau für Schülerinnen und Schüler wie sie ist Bildungsmesse gedacht. Wie sagt doch der IHK-Hauptgeschäftsführer Deinhard: „Früher wurde um Ausbildungsplätze konkurriert, heute gehen keine Bewerbungen mehr ein.“

Man kennt sich von der Messe

Doch wie erfolgreich sind die Aussteller? Lisa Redl, Auszubildende bei der Krankenkasse AOK, meint: „Ich war damals selber auf der Bildungsmesse, weil ich noch nicht wusste, in welche Richtung ich beruflich gehen möchte.“ Nun steht die Auszubildende der AOK selber am Informationsstand. Kathrin Staudenmeyer, Ausbildungsleiterin der Schapfenmühle in Ulm, sieht in der Messe Chancen: „Hier wird man gesehen. Oft heißt es dann bei Bewerbungsgesprächen, dass man sich von der Bildungsmesse kennt.“

Dennoch: Das Interesse ist nicht überall gleich.  Ulrike Thomas vom Stand der Bundespolizei fällt auf, dass besonders Jugendliche, die gemeinsam mit ihren Eltern kommen, gezielt Messestände aufsuchen.

Öffnungszeiten, Fahrplan, Bewerberinsel


Öffnungszeiten Die Messe dauert bis zum Samstag, 8. Februar. Geöffnet ist am Freitag von 9 bis 18 Uhr, am Samstag von 9 bis 16 Uhr.

Fahrplan Die Veranstalter empfehlen, sich vorab einen persönlichen Messefahrplan zu erstellen, damit man in kurzer Zeit an viele Informationen kommt. Im Internet unter www.bildungsmesse-ulm.de.

Bewerberinsel Um die Jugendlichen intensiver auf ihre Zukunft vorzubereiten, gibt es eine Bewerberinsel, bei der die Jugendlichen Tipps für ihre Bewerbungsunterlagen bekommen. Per „Speed-Dating“ mit Geschäftsführern können sie in zehn Minuten Ratschläge zu ihrer Bewerbungsmappe erhalten.