Boot Biberacher Boot seit anderthalb Jahren in Ulm gestrandet

Der Stein des Anstoßes: Der Biberacher „Shark I“ ist seit Jahren an der Magirusstraße abgestellt. Ein Beispiel, das offensichtlich Schule macht, denn seit November soll es dort einen weiteren Dauerparker geben. 
Der Stein des Anstoßes: Der Biberacher „Shark I“ ist seit Jahren an der Magirusstraße abgestellt. Ein Beispiel, das offensichtlich Schule macht, denn seit November soll es dort einen weiteren Dauerparker geben.  © Foto: Volkmar Könneke
Hans-Uli Mayer 11.01.2017

Vor etwas mehr als drei Jahren hat sich eine Frau so schwer verletzt, dass sie seither als Pflegefall in der Wohngemeinschaft des ASB in der Ulmer Weststadt lebt. Ihr Ehemann, ein am Eselsberg wohnender Rentner, besucht sie täglich. Dabei ist ihm etwas aufgefallen, das ihn nach eigener Aussage inzwischen ziemlich ärgert. Abhilfe scheint nicht in Sicht.

Dem Mann steht „Shark I“ buchstäblich im Weg. „Shark I“ ist ein schon etwas älter anmutendes Motorboot, das auf einem Anhänger festgezurrt, seit Jahren auf einem öffentlichen Parkplatz an der Magirusstraße schräg vor dem ASB-Gebäude steht – besser gesagt, auf zwei Parkplätzen. In einem seit Monaten anhaltenden Schriftwechsel mit der Stadtverwaltung sieht sich der Beschwerdeführer darin bestätigt, dass dies nicht rechtens ist. Mit den Antworten des OB und seiner Mitarbeiter will er sich aber nicht zufrieden geben, wie er schreibt: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass es der Stadt Ulm nicht gelingt, einen derartig klaren Verstoß gegen (...) die Ordnung in der Stadt zu erledigen.“

Genau so aber verhält es sich. Und das, obschon das gültige Kennzeichen an dem Bootsanhänger den Besitzer als Biberacher ausweist. Über dessen Personalien kann und darf die Stadt aber wegen der Bestimmungen des Datenschutzes keine weitere Auskunft geben. Eine Sprecherin der Stadt bestätigt zwar den geschilderten Umstand. Allerdings sei der Anhänger der Bußgeldstelle erst anderthalb Jahre bekannt. Der Anhänger werde ständig kontrolliert.

Und nicht nur das: Der Besitzer wird auch in regelmäßigen Abständen gebührenpflichtig verwarnt. Durchgängiges Parken von mehr als zwei Wochen kostet nämlich 20 Euro, die der Besitzer wohl auch brav bezahlt. Allerdings sei der Anhänger völlig korrekt und ordnungsgemäß geparkt, weil er niemand behindere. Deshalb, so heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung, liege kein Tatbestand vor, der ein Abschleppen des Anhängers samt „Shark I“ rechtfertigen würde: „Es fehlt an einer gesetzlichen Ermächtigung.“

Ein Umstand, der den Rentner verständlicherweise nicht zufrieden stellt. In einem zweiten Schreiben an den OB äußert er klar seinen Unmut, und fragt, ob der Besitzer denn überhaupt noch lebe und warum ein Bootseigentümer aus Biberach sein Gefährt so einfach und dauerhaft in Ulm abstellt?

Wie die Stadt weiter mitteilt, sind auch die Bürgerdienste „stark an einer Lösung des Problems interessiert“. Offenbar gibt es inzwischen einen Kontakt zu den Kollegen der Biberacher Stadtverwaltung, die ihrerseits vermittelnd eingreifen sollen. Dem täglichen Besucher des Wohnheims hilft diese Beteuerung nicht weiter und er will keine Ruhe geben. Denn in letzter Zeit, so seine Beobachtung, habe der Bootsanhänger Gesellschaft bekommen.  Ein Kleinbus steht jetzt direkt davor, der dort seit Ende November permanent geparkt sei.