Bibbern nach dem Baden

SWP 24.07.2012

Junge Hüpfer: Jung an Jahren, aber dennoch laut wie alte Hasen: Das sind Rockfish, eine Band, die sich selbst die"wahrscheinlich jüngste Rockband Ulms" nennt. Der Gitarrist Flo und der Bassist Joni sind immerhin 13 Jahre alt, Schlagzeuger Dani ist mit 12 Jahren der Jungspund. Gestern hatten sie als Opener der Schwörmontagsparty auf dem Münsterplatz, veranstaltet von Radio Donau 3 FM, den bisher größten Auftritt ihrer Bandgeschichte - und den haben sie sichtlich genossen. Schlag 17 Uhr legten sie los. Zwar hörten während der halben Stunde nicht sooo viele Leute zu, dafür boten die drei eine Show wie die Großen. Selbstbewusst forderten sie etwa die Leute zum Headbangen auf, nämlich so:"Das nächste Lied ist schnell und punkig, ihr könnt also euer Hobby ausleben." Oder:"Wenn ihr alle mitschreit, können wir das Münster zum Einstürzen bringen." Die Leute, etwa 200 direkt vor der Bühne, grölten zwar tapfer mit - doch das Münster zeigte sich unbeeindruckt, kein Steinchen fiel aus dem Turm. Eine Stunde später rockten alte Hasen: 80s Alive, ein"Partyspaß im Originallook", so wurden sie angekündigt. Der Look der Musiker war wirklich original, mit Schulterpolstern, irren Perücken in Neonfarben und den Songs etwa von Roxette. Mittlerweile hatte sich der Münsterplatz gefüllt - es wurde eine laute 80er Party gefeiert.

Verwirrte Japaner: Eigentlich wollten sie gestern Nachmittag nur das Münster und ein bisschen was drumherum anschauen. Zeitbudget: ein halber Tag. Doch Kazumi Taniuchi und seine Reisegruppe aus der Nähe von Sendai fanden sich inmitten schlauchboottragender Jugendlicher wieder. Da Japaner den Dingen gern auf den Grund gehen, erkundigten sie sich nach dem Grund des seltsamen Zuges. Das Besichtigungsprogramm wurde spontan geändert: Nabada statt Fischerviertel.

Bayernfahne auf Ulmer Markung: Weiß-Blau flatterte es überm Wagen des Roten Kreuzes, der an der Ecke Berblinger Straße/Gänstor-Brücke stand. Eine Bayern-Fahne in Ulm!"Darüber diskutieren wir jedes Jahr", kichert Thomas Biek von der DLRG-Ulm, Einsatzleiter der rund 400 Mitglieder von Hilfs- und Rettungs-Organisationen, die während der Veranstaltung für Sicherheit gesorgt haben."Den Funkwagen haben wir wieder bei den Dillingern ausgeliehen", erzählte er. Und der sei eben nicht nur mit der Rot-Kreuz- sondern auch der Bayern-Fahne geschmückt.

Blaue Lippen: Die wilden Nabader waren um einiges schneller als die großen Themenboote. Vielleicht auch deshalb, weil es den spritzenden Besatzungen einfach saumäßig kalt war. Blaue Lippen, steife Finger, klappernde Zähne - so standen vor allem Mädchen nach der vorzeitig beendeten Fahrt am Ufer auf dem Radweg. Manche schimpften, weil sie durch den Not-Ausstieg selbst ein bisschen nass geworden waren, andere boten hilfreich ihre eigene Jacke an. Zumindest zum kurzzeitigen Aufwärmen.