Neu-Ulm / HANS-ULI THIERER Finale beim Neu-Ulmer Krankenhaus: Mit einem Mietwohnungshaus - 24 Einheiten - in der Luitpoldstraße rundet die Baugenossenschaft Neu-Ulm die grundlegende Neugestaltung des ganzen Quartiers ab.

Neubebauung des Jahnufers und des ehemaligen Betriebsgeländes der Lebkuchenfabrik Weiss; Neubau des Konzertsaals; Neubauten der Baugenossenschaft Neu-Ulm (BGNU): Das Quartier im Osten und Süden der Neu-Ulmer Donauklinik ist einem radikalen städtebaulichen und letztlich wohl auch sozialen Wandel unterworfen. An die 200 neue Wohnungen sind jüngst bereits entstanden, überwiegend Eigentum und wegen der zentralen Lage ziemlich teuer.

Doch nicht nur: Die BGNU hat als städtebaulichen Kontrast zu 14 neuen Eigentumswohnungen, die sie gebaut hat, in einem Wohnblock entlang der Silcherstraße/Ecke Luitpoldstraße auch Sozialwohnungen realisiert. Es handelt sich nach den Worten des BGNU-Geschäftsführers Uwe Fliegner um 25 durch Kredite des Freistaats Bayern geförderte Mietwohnungen. Zusammen bilden die beiden mehrgeschossigen Wohnblöcke, die an den neuen Konzertsaal angefügt sind, den mittlerweile weitgehend abgeschlossenen ersten Abschnitt der Neugestaltung des Braun-Areals. Es ist benannt nach einer Schreinerei, die dort einst ihre Werkstatt hatte.

Die BGNU hat dafür zunächst gut acht Millionen Euro in die Hand genommen. 80 Prozent der 14 Eigentumswohnungen sind laut Fliegner verkauft - zu einem Durchschnittspreis von 3600 pro Quadratmeter, was günstiger ist als die Preise im Konzertsaal und vor allem am Jahnufer. Alle 25 neuen Sozialwohnungen sind vermietet, zu Preisen von für die Innenstadtlage unterdurchschnittlichen 4,50 bis 6,50 Euro/qm. "Wir erfüllen unseren Auftrag, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen", kommentiert Fliegner.

Im zweiten Bauabschnitt, dem dritten neuen Wohnblock, der nun entlang der Luitpoldstraße entsteht, investiert die BGNU noch einmal 4,5 Millionen Euro. Städtebau, Architektur und Gebäudestruktur lehnen sich an die beiden ersten Bauteile an. Kein Wunder, basiert das Gesamtkonzept doch auf Plänen des Ulmer Büros Mühlich, Fink und Partner - es hat auch schräg gegenüber das Jahnufer/Weissgelände des Bauträgers Realgrund geplant. Der Entwurf war 2012 als bester aus einem Einladungswettbewerb hervorgegangen.

Nachdem der alte BGNU-Block in den vergangenen Tagen abgerissen wurde, geht Fliegner davon aus, dass der Neubau bis Anfang 2017 bezugsfertig ist. Es entstehen 24 Mietwohnungen, ein bis vier Zimmer und zwischen 35 und 90 Quadratmeter groß. Sie werden in den BGNU-Bestand aufgenommen und dürften 2017 dann zu Quadratmeterpreisen von neun bis zehn Euro auf den Markt kommen.

Die ganze BGNU-Wohnanlage "Braunareal" - 63 Einheiten - verfügt über 51 Tiefgaragenplätze. Das sind weniger als Wohnungen, "weil nicht alle Mieter Autos haben", wie Fliegner erläutert. Er kündigt an, die BGNU werde sich mit dem ungewöhnlichen Mischkonzept - Sozialwohnungen, frei finanzierte Mietwohnungen, Eigentumswohnungen - um den bundesweit ausgelobten Preis "Soziale Stadt" bewerben.

Baugenossenschaft Neu-Ulm existiert seit 1899

Die BGNU "Wohnen hat seinen Preis. Nicht alle können sich das leisten, was am freien Wohnungsmarkt angeboten wird." Die Konsequenz aus der Philosophie der 1899 gegründeten Baugenossenschaft Neu-Ulm (BGNU): Die Mitgliedschaft in der BGNU soll Menschen ein sicheres und je nach Größe des Geldbeutels angemessenes Wohnen ermöglichen. Der Genossenschaftsgedanke ziele ab auf "preiswerten Wohnraum in verschiedenen Qualitäts- und Preisstufen, lebenslanges Wohnrecht, Mitbetsimmung und Gemeinschaft".

Die Organe Die genossenschaftlichen Institutionen der BGNU sind: ein siebenköpfiger Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Siegfried Messer ist; der Vorstand, den Friederike Draesner und Uwe Fliegner bilden; Fliegner ist außerdem Geschäftsführer der BGNU, die 480 Wohnungen ihr eigen nennt. Die Verwaltung auch anderer Wohnobjekte gehört ebenfalls zu den Tätigkeitsschwerpukten. Chef der BGNU-Wohnungsverwaltung ist Artur Lugert.

SWP