Gesellschaft Bettler müssen Geld abgeben

Ulm / Schleicher 07.11.2018

Sie sehen oft zum Erbarmen aus: amputierte Füße und Arme, alt und gebrechlich. Trotzdem rät die Polizei davon ab, den Bettlern in der Ulmer Innenstadt Geld zu geben. Der Grund: Die Menschen gehören zu professionellen Bettelbanden, die gerade zur nahenden Adventszeit wieder in die Städte ziehen.

„Stadt und Polizei raten zu gesunder Skepsis“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Zur Schau gestellte Gebrechen und ein ärmliches Auftreten sollten gezielt Mitleid bei Passanten erwecken. Das von den Bettlern eingesammelte Geld werde ihnen jedoch von Hintermännern regelmäßig wieder abgenommen, die Bettler selbst bekämen dafür meist nur Essen, Trinken und einen Schlafplatz. Das Geld lande bei den Chefs.

Neben der Ulmer Polizei schreitet auch die Stadt mit dem Kommunalen Ordnungsdienst gegen die Bettelbanden ein. Sie erteilt Platzverweise, hin und wieder wird auch das erbettelte Geld beschlagnahmt – ein Vorgehen, das zuweilen bei Passanten auf Unverständnis stößt. Rainer Türke von den Bürgerdiensten der Stadt dazu: „Von diesen Spenden profitieren die Bettelnden nicht.“ Im Gegenteil: Man verstärke noch deren Abhängigkeit und unterstütze ein System, das gerade die Ärmsten ausbeutet.

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