Bildung Betreuung an weiterführenden Schulen

Ulm / ate 04.12.2018

Eltern Sicherheit und Kindern Rückhalt geben. So beschreibt Bürgermeistern Iris Mann ein Betreuungsangebot, das im Schulbeirat vorgestellt wurde. Es ist für Schüler der 5. und 6. Klasse gedacht und soll als Pilotprojekt an zwei weiterführenden Schulen eingeführt werden – an der Spitalhof-Gemeinschaftsschule und am Schubart-Gymnasium. Angelegt ist die Betreuung als dreijährige Modellphase, Start soll im September 2019 sein.

In einem längeren Prozess hatte die Stadt den Bedarf erhoben, etwa Eltern befragt. Daraus wurden Rahmenbedingungen entwickelt: Die Betreuungszeit soll von 12 bis 17 Uhr sein, mit einer Person pro 20 Schülern. Betreuung vor dem Unterricht, also von 7 Uhr an, wird es nicht geben, obwohl sich manche Eltern dies gewünscht hatten.

Die Schulen sollen inhaltlich wie räumlich mit Jugendhäusern kooperieren, die Spitalhofschule mit dem Büchsenstadel, das Schubart-Gymnasium mit dem Jugendhaus Insel. Gerade an der Spitalhofschule sind räumliche Kapazitäten ausgereizt, dort sollen die Schüler zunächst einen Unterrichtsraum mitnutzen und Flure sollen mit Sitzmöbeln ausgestattet werden. Im Schubart-Gymnasium können ein ehemaliger SMV-Raum genutzt werden und die Schülerbibliothek.

„Das Angebot stärkt nur die Helikopter-Eltern“, sagte Stadtrat Erik Wischmann (FDP). Er war dafür, Kinder „zu mehr Selbstständigkeit zu erziehen“, statt sie zu betreuen. „Sonst reden wir irgendwann noch von Betreuung für Abiturienten.“ Dagegen fand Stadträtin Sigrid Räkel-Rehner (Grüne) das Konzept „sehr gut, denn der Bedarf ist da“. Stadtrat Haydar Süslü (SPD) zeigte sich ebenfalls begeistert. Wohingegen Reinhold Eichhorn (FWG) wissen wollte: „Worauf steuern wir zu?“ Er war dafür, schon in einem Jahr abzufragen, wie es ums Pilotprojekt bestellt ist. Bürgermeisterin Mann versicherte, das Angebot sei kein „Rundum-Sorglos-Paket“.

Vereinbart wurde, nach einem Jahr zu berichten, wie es mit Angebot und Nachfrage bei der Betreuung für Fünft- und Sechstklässler aussieht. Morgen wird im Ausschuss Bildung und Soziales weiter darüber beraten.

Personal- und Sachkosten der Stadt

Kosten Die Stadt geht von 3,9 Stellen und damit von Personalkosten in Höhe von rund 241 000 Euro je Haushaltsjahr aus. Für 2019 rechnet die Stadt mit Personalkosten von 106 000 Euro. Anders bei den Sachkosten: Da veranschlagt die Stadt 158 000 Euro (für 2019), 295 000 Euro (für 2020) und 246 000 Euro (für die Jahre 2021 und 2022). Der Elternbeitrag soll sich an den Gebühren orientieren, die die Stadt für die Grundschulkind-Betreuung erhebt.

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