Wilhelmsburg Besucherandrang zum Open-Air-Konzert

Ulm / Claudia Reicherter 11.08.2018

Nicole Pflüger vom Kulturbeirat des Arbeitskreises Kultur blickt stirnrunzelnd zu grauen Gewitterwolken hoch. Die Sorge erweist sich als unbegründet: Der „Donnerstag auf der Burg“, den diesmal das Studentencafé als AKK-Mitglied in Zusammenarbeit mit dem Verein Kunstwerk gestaltet, bleibt weitgehend trocken. Und erweist sich als voller Erfolg: „Stürmt die Burg!“ – die Bevölkerung kommt dem auf Plakaten und Bannern über die Stadt verteilten Aufruf der Kulturabteilung  enthusiastischer nach als erwartet. Rund 800 Besucher lockt das Open-Air-Konzert an dem sommerlich lauen Abend auf die bis Dezember zum „Pop Up Space“ deklarierte Wilhelmsburg.

Jung und Alt, Ulmer wie Gäste, Familien, Senioren, Studenten stehen geduldig und entspannt um Getränke und Pizza an der Wilhelmsbar und vor einer kleinen mobilen Backstube im Freien an. Und genießen die besondere Atmosphäre in Ulms höchstgelegenem Biergarten. Die paar Tropfen, die gegen später fallen, stören keinen. Falls doch, bieten Bäume, Regen- und Sonnenschirme Schutz. „Wer auf die Wilhelmsburg kommt, scheint sich mit einer gewissen Entschleunigung zu arrangieren, der Ort lädt regelrecht dazu ein“, sagt der stellvertretende Leiter der städischen Kulturabteilung, Sebastian Huber, der mit der Resonanz auf das Projekt bislang sehr zufrieden ist. „Wir wollten zeigen, dass Kunst und Kultur auch Motor sein können, um ein Areal wie die Wilhelmsburg voranzubringen.“ Ein gewisser Grad an Improvisation sei in so einem Prozess nicht nur legitim sondern auch notwendig.

Spontaneität erwünscht

So machen die Betreiber der Wilhelmsbar, die nun zusätzlich zu den Veranstaltungstagen jeden Freitag und Samstag geöffnet hat, angesichts des Andrangs spontan eine zweite Getränketheke auf.

Auf der Bühne stehen zwischen 20 und 23 Uhr drei regionale Bands: die Nachwuchsmusiker von Moltke & Mörike aus Langenau sowie Kosmo (ehemals The electrique Pace) mit gestandenem Deutsch-Rock und die englisch im erdigen Country-Stil singenden Road­string Army aus Ulm.

Mitglieder des Neuen Saarbrücker Kunstvereins und drei der von ihnen eingeladenen Künstler – Chloé Op de Beeck und Herman Van Ingelgem aus Belgien und Helene Hellmich aus Berlin – bereiten derweil für Sonntag im Innern des Festungsgemäuers die ersten ihrer vier geplanten „Burgfestspiele“ vor. Auch Myriam Kind, Martina Wegener, Frédéric Ehlers und Cathérine Duboutay üben sich dabei im Improvisieren, denn Internet haben sie bislang nicht. Morgen geht es dennoch um 13 Uhr los, mit einer „Tafelrunde“.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel