Die Bayernwahl war für die Partei "Die Linke" ernüchternd. Sie holte lediglich gut zwei Prozent der Stimmen. "Das ist aber kein Grund, den Kopf hängen zu lassen", sagte Bernd Riexinger während einer Wahlkampfveranstaltung am Dienstagabend. "Bei der Bundestagswahl am Sonntag werden wir es besser machen."

Knapp 50 Parteimitglieder und Sympathisanten der Linken beidseits der Donau hatten sich im Gewerkschaftshaus versammelt, um sich während des Treffens mit dem Bundesvorsitzenden einen letzten Schub für den Wahlkampf zu holen. Der gebürtige Leonberger rechnete nochmals mit den konkurrierenden Parteien ab, wobei er auch die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg schlecht abschneiden ließ. 15 ihrer Wahlversprechen habe sie nicht eingehalten.

"Wenn man Grüne und Rote alleine lässt, kommt eben nichts Gescheites raus", meinte er unter dem Applaus der Versammelten. "Ohne Linke geht der Politikwechsel nicht." Riexinger forderte "alle, denen es nicht gut geht", dazu auf, die Linke zu wählen. Sie sei die einzige Partei in Deutschland, die ihnen eine Stimme im Bundestag gebe.

"Wir werden nicht akzeptieren, dass Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können", hielt er fest. Deshalb fordere die Partei eine Lohnuntergrenze von 10 Euro die Stunde. Sie fordere das Ende der massenhaft befristeten Arbeitsverträge und der Leiharbeit. "Auch für junge Arbeitnehmer muss die Zukunft planbar sein." Riexinger sprach sich für die Verkürzung der Arbeitszeit aus, damit alle, die arbeiten wollen, eine Stelle finden. "Und wir haben den Mut, den Reichen in den Geldbeutel zu greifen", sagte er. Nur so lasse sich das Auseinanderdriften von Arm und Reich stoppen. Die Wohlhabenden müssten ihren Teil für das Allgemeinwohl beisteuern. "Auch die bedingungslose Unterordnung unter das Diktat der Finanzmärkte werden wir nicht tolerieren." Die Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis, Eva-Maria Glathe-Braun, hob die Abneigung der Partei gegen jedes kriegerische Engagement der Bundeswehr und gegen Waffenexporte hervor. "Vom deutschen Boden aus darf es keinen Krieg mehr geben", betonte sie.