Noch keine Woche war der Berblinger-Turm am Donauufer geöffnet – und schon ist genau das passiert, was Kritiker der Installation befürchtet hatten: Jemand hat den Zaun, der Besucher im gesicherten Bereich der Aussichtsplattform auf 14,5 Metern Höhe halten soll, überwunden. Am frühen Mittwochmorgen ist ein 20-Jähriger bis auf die Spitze des 22 Meter hohen Bauwerks geklettert. Das hatten mehrere Leserinnen und Leser berichtet und die Polizei auf Nachfrage bestätigt.

Fotos von der Spitze aus gemacht

„Der junge Mann wollte den Sonnenaufgang betrachten“, erläuterte Sprecher Holger Fink. Um 6.40 Uhr sei ein „Anruf aus Bayern“ bei der Polizei eingegangen – wahrscheinlich hatte jemand aus Neu-Ulm den 20-Jährigen bei seiner Aktion am gegenüberliegenden Donauufer beobachtet. Polizisten hätten den Mann „nach unten gerufen und ihn aufgeklärt, dass man nur bis zum erlaubten Bereich gehen darf“, sagt Fink. Der 20-Jährige stamme aus dem Alb-Donau-Kreis und habe Fotos gemacht.

Nie mehr als 30 Menschen auf dem Turm

Das begehbare Denkmal für den Ulmer Flugpionier Albrecht Berblinger ist um zehn Grad zur Donau geneigt, die Spitze ragt zwei Meter über die Adlerbastei hinaus. Sie zu besteigen, ist also keine ungefährliche Aktion. Deshalb sollte der Turm ursprünglich nur im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht werden: Zunächst war geplant, Besucher nur bis zur ersten Umdrehung der Wendeltreppe in drei Metern Höhe zuzulassen. Doch dann entschied die Stadtverwaltung, dass Besucherinnen und Besucher den Turm rund um die Uhr besteigen können. Per Schranke und Kamera wird sichergestellt, dass sich nie mehr als 30 Menschen gleichzeitig auf ihm aufhalten; mehr lässt die Statik nicht zu. Bei der Stadt Ulm war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme zu dem Vorfall zu erreichen.