Senioren Beratung für Ältere wird weiter gefördert

Ulm / Chirin Kolb 13.08.2018

Im Alltag kommt die 76-jährige Frau ganz gut zurecht, dank Tagespflege, sozialem Dienst und Haushaltshilfe. Zu den körperlichen Einschränkungen kommen aber noch seelische. Schwere Schicksalsschläge, die teils bis in die Kindheit zurückreichen, machen ihr zu schaffen. Düstere Gedanken, Ängste und das Gefühl, mit niemandem reden zu können, verdunkeln ihre Tage und bringen sie nachts um den Schlaf.

Der Soziale Dienst der Stadt Ulm vermittelt der Frau den Kontakt zur Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie. „Bereits dass jemand sich die Zeit nimmt, nicht erschrocken reagiert und Verständnis äußert, tut ihr sichtlich gut“, berichtet Thorsten Schag, der Leiter der Beratungsstelle, über die ersten Kontakte. Nach acht Sitzungen fühlt sich die 76-Jährige so gefestigt, dass nur noch gelegentliche Beratungs­gespräche nötig sind.

Die psychologische Beratung speziell für ältere Menschen und ihre Angehörigen, die die Diakonie anbietet, habe sich in Ulm mittlerweile gut etabliert, berichtet Schag. Im vergangenen Jahr nahmen 80 Menschen diese Beratung in Anspruch, mit insgesamt fast 600 Beratungsstunden.

Vorstoß schlug fehl

Die Mitarbeiter der Psychologischen Beratungsstelle besuchen die älteren Menschen auch zu Hause oder im Altenheim. Um einen größeren Personenkreis zu erreichen und präventiv tätig zu sein, halten die Mitarbeiter auch Vorträge, geben Seminare und Workshops. Die Stadt Ulm fördert die Psychologische Beratung für ältere Menschen seit Mai 2015 mit einer halben Personalstelle. Die Diakonie wollte ein solches Angebot auch im Alb-Donau-Kreis aufbauen. Der Vorstoß schlug allerdings fehl, berichtet Schag, da das Landratsamt keine Förderung in Aussicht stellte.

Ohnehin ist die Psychologische Beratungsstelle der Diakonie für den Bereich Lebens- und Paarberatung auf Kirchensteuermittel und Spenden angewiesen. Nur die Erziehungsberatung wird mit öffentlichen Geldern gefördert.

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