Ulm Beliebtester Jungen-Vorname 2015 in Ulm: Elias

Geburtsvorbereitende Untersuchung
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Ulm / JAKOB RESCH 07.01.2016
Kann es eigentlich sein, dass das so oft gescholtene Programm für das Münsterturmjubiläum im vergangenen Jahr doch irgendwie gefruchtet hat? Das jedenfalls legt die Liste der beliebtesten Vornamen 2015 in Ulm nahe. Bei den Buben steht da ganz oben oder um an dieser Stelle im Bilde des Münsters zu bleiben: an der Spitze der Name Elias.

Okay, der Komponist, dessen Ulmer Oratorium für den Münsterturm zum Jubiläum den Bach hinuntergegangen ist, heißt Elia. Marios Joannou Elia. Nicht Elias. Aber Elias heißt das Oratorium, das zur Fertigstellung des Turmes 1890 in Ulm zur Aufführung kam und das 2015 die vereinten Ulmer Musiker zum Klangfest und der Oratorienchor gleich noch mal wieder hervorgezogen haben. Ist doch komisch, oder?

Der Komponist des „Elias“ war übrigens Felix Mendelssohn Bartholdy. Und wie lautet der drittbeliebteste Vorname für Ulmer Neugeborene männlichen Geschlechts? Felix! Wenn das nicht seltsam ist. Zwischen Elias und Felix hat sich 2015 Maximilian auf Platz zwei gedrängt, auch diese Parallele ist frappant: War es doch König Maximilian, der spektakulär zu Zeiten des noch nicht vollendeten Münsterturms 1492 einen Fuß vom Viereckskranz in die Ulmer Luft streckte, bevor er dann später Kaiser wurde. Das kann doch kein Zufall sein.

Den 41 Eliassen vom vergangenen Jahr stehen in der Statistik des Ulmer Standesamtes übrigens 72 Mädchen namens Marie gegenüber, die als Maria gleich noch auf Platz drei landete (Zweite: Sophie). Kein Wunder in einer Stadt mit Marienkirche in der Mitte, die das Münster in seiner katholischen Zeit war.

Das Ulmer Jahr 2015 war überhaupt sehr fruchtbar. 2765 Neugeborene zählte die Uni-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, 2014 waren es noch 2694. Auch das eine Spitzenleistung und Geburtenrekord: „Noch nie in der Geschichte der Ulmer Frauenklinik erblickten so viele Babys in einem Jahr das Licht der Welt“, heißt es vom Michelsberg herunter. Unter den 1316 Mädchen und 1449 Jungen – 261 waren es allein im Juli – waren 123 Zwillingspärchen und fünfmal Drillinge.

Das ist doch schön und irgendwie schon in der Münsterturmvollendung 1890 angelegt, als es in einem Gedicht von Sebastian Spundle zum „Münster-Jubelfest“ am 30. Juni hieß (Hochdeutschfassung der Redaktion): „Vergesst nie, das das bisschen Welt/ Allein bloß die Liebe zusammenhält/ Drum rat’ ich, was ich raten kann/ Übt Liebe gegen Jedermann.“

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