Blaustein Beim Orchesterwettbewerb dabei: Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein

Auf der Zielgeraden zum Deutschen Orchesterwettbewerb: Manuel Epli und die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein.
Auf der Zielgeraden zum Deutschen Orchesterwettbewerb: Manuel Epli und die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein. © Foto: Matthias Kessler
Blaustein / MAGDI ABOUL-KHEIR 19.04.2016
Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein ist auf der "Road to Ulm": Das Orchester hat sich für den Deutschen Orchesterwettbewerb qualifiziert - und Dirigent Manuel Epli freut sich sehr darauf.

Mit dem Spaß ist das so eine Sache. "Natürlich soll Musik Spaß machen", das betont Manuel Epli mehrfach, "und natürlich macht sie auch Spaß." Aber Musik sei nunmal ein "fieses Geschäft", das heißt: "Sie macht nur Spaß, wenn dafür eine gewisse Übungs-Leistung stattgefunden hat." Und so räumt der musikalische Leiter der Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein ein: "Wir proben schon sehr knackig, es wird viel Disziplin eingefordert."

Das Orchester arbeitet auf ein großes Ziel hin. Vom 30. April bis zum 8. Mai findet in Ulm der Deutsche Orchesterwettbewerb statt, die Blausteiner haben sich in der Kategorie "Blasorchester Erwachsene" qualifiziert. Vor einem Jahr schafften sie beim Landesmusikfest in Karlsruhe famose 23,62 Punkte (von maximal 25) und ließen die Konkurrenz aus Radolfzell, Göppingen, Vaihingen sowie die Stadtkapelle Ulm hinter sich. Der Wangener Stadtkapelle mussten sie sich zwar ganz knapp geschlagen geben, aber da nicht alle Bundesländer Teilnehmer zum Deutschen Orchesterwettbewerb schicken, war der Weg frei für die Blausteiner.

Der Weg nach Ulm: "Road to Ulm" war auch das Frühjahrskonzert der Bläserphilharmonie am Samstagabend im Kornhaus überschrieben. Da boten die 70 Musikerinnen und Musiker - just an Eplis 33. Geburtstag - veritable Unterhaltung mit polternder "Robin Hood"- Filmmusik, Holsts nobler, von Epli für Blasorchester arrangierter "Jupiter-Hymne" und populären Märschen von John Williams. Im Mittelpunkt aber standen die beiden Werke, die die Blausteiner beim Orchesterwettbewerb spielen werden.

Bob Vos' Suite für Harmonieorchester ist ein Pflichtstück. Kein dankbares Konzertwerk, es geht darum, der Jury gediegene Klangkultur und nuanciertes Klangfarbenspiel zu beweisen. "Es hat lange gedauert, bis das Orchester Zugang zum Stück hatte", sagt Epli, "und die Noten sehen viel einfacher aus, als sie letztlich zu spielen sind."

Das gilt nicht für Marco Pütz' "Derivations" - selbst ein musikalischer Laie hört, dass es sich um eine Komposition mit höchsten technischen Anforderungen handelt. "Derivations" ist eine vielfältige, unterhaltsame Klangzauberei. "Ständige Taktwechsel, eine wahnsinnige rhythmische Energie, enorme Strahlkraft und ein abartiger dramatischer Zug", zeichnen das Werk aus, zählt Epli auf. "Die Musiker müssen hellwach sein." Die virtuosen Läufe der Holzbläser, die geschmeidigen Saxophon-Soli, ein mächtiger Blech-Choral, funkelndes Schlagwerk - dieser Zehnminüter fordert die Instrumentalisten, er ist aber auch effektvoll. Dass die Blausteiner bereits seit 2014 an "Derivations" feilen, ist zu hören - diese Performance macht was her, wirkt ausgereift und ist packend.

Dennoch könne der Vortrag "optimiert werden", sagt Manuel Epli. Es seien "ein paar Unschärfen drin", und er hat auch ein paar Übergänge gehört, "die nicht hundertprozentig sind". Das klingt ehrgeizig, aber der Dirigent sagt dazu: "Wenn's auf einen Wettbewerb zugeht, wird man noch genauer."

Manuel Epli ist gebürtiger Ulmer und in Blaustein aufgewachsen. Er hat an der Ulmer Musikschule Klarinette und Klavier gelernt, war lange Jahre Mitglied in der Ulmer Knabenmusik. Er wurde Lehrer, unterrichtet heute Mathematik und Informatik am Friedrich-List-Gymnasium, aber ließ nie von der Musik ab: Er studierte Dirigieren am Vorarlberger Landeskonservatorium und in den Niederlanden, besuchte Meisterkurse und setzt nun seine Studien zum Master of Music in der Dirigierklasse am Mozarteum fort. Musikalischer Leiter der Blausteiner ist er seit 2004.

Manuel Epli weiß, dass die Konkurrenz beim Deutschen Musikwettbewerb "wahnsinnig stark" ist. Sechs der neun gegen die Blausteiner antretenden Orchester - von Bad Griesbach über Regensburg bis Hilgen - hat er live angehört, und am Montagabend ist der 33-Jährige nach Hamburg geflogen, um in der Laeiszhalle ein Konzert des Symphonischen Blasorchesters Norderstedt zu besuchen.

Regulär haben die Blausteiner eine zweistündige Probe pro Woche plus Satz- und Stimmproben - vor dem Wettbewerb wird nun aber zweimal wöchentlich geprobt. Am Dienstag, 2. Mai, 11 Uhr, gilt es dann im Edwin-Scharff-Haus für das Orchester. Was rechnen sich die Musiker beim Quasi-Heimspiel aus, wie lautet ihr Ziel? "Schön Musik machen", sagt Manuel Epli, "und so gut wie möglich abschneiden". Und da wäre natürlich noch etwas: "Spaß haben auf der Bühne."

Bundesfinale in Ulm

Wettbewerb Der 9. Deutsche Orchesterwettbewerb findet vom 30. April bis zum 8. Mai in Ulm statt. Er ist so etwas wie eine Deutsche Meisterschaft für Amateurorchester. Die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein tritt unter Leitung von Manuel Epli in der Kategorie B1 (Blasorchester Erwachsene) an, die am 1. und 2. Mai ihr Wertungsspiel hat. Die Blausteiner treten am Montag, 2. Mai, um 11 Uhr im Edwin-Scharff-Haus an. Die weiteren Starter im Teilnehmerfeld: Junges Ensemble Berlin, Musikverein "Viktoria" Altenmittlau 1897, Bläserphilharmonie Regensburg, Stadtkapelle Wangen, Symphonisches Blasorchester Norderstedt, Stadtkapelle Bad Griesbach, Bläserphilharmonie Thum, Orchesterverein Hilgen und Modern Sounds Orchestra Seelze.

 

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