Schwörmontag 2018 Boote-TÜV beim nächsten Schwörmontag

Ulm/Neu-Ulm / Christoph Mayer 24.07.2018
Weniger Alkoholleichen, weniger Gewalt: An Land lief es diesmal besser als in den Vorjahren.  Auf dem Wasser nicht.

Die Havarie eines Floßes beim Nabada hat Konsequenzen. „Wir werden nächstes Jahr die Einlasspunkte an Iller und Donau kontrollieren und jenen Booten den Zugang verwehren, die offensichtlich nicht seetauglich sind“, sagt Nabada-Organisationschef Michael Schwender.  Auch wenn bei dem Vorfall am Schwörmontag keiner zu Schaden gekommen sei, sei die Situation brenzlig gewesen. „Es bestand Gefahr, dass jemand unterm Floß liegt. Wir hatten Glück, dass es glimpflich ablief.“

Staus und Kollisionen

Das zweistöckige und auf leeren Ölfässern fixierte Floß war auf Höhe des Metzgerturms infolge zu großer Beladung umgekippt, mehr als ein Dutzend Insassen fiel aus etwa zwei Metern Höhe ins Wasser. Weil das Gefährt danach im Flussbett  feststeckte und wegen des Gedränges nicht von der Wasserwacht abgeschleppt werden konnte, bildeten sich im weiteren Verlauf des Wasserumzugs Staus. Viele nachfolgende Nabader kollidierten mit dem Wrack.

Trotz der Massen auf und an der Donau sei insgesamt wenig passiert, sagt Schwender, der nur von zwei größeren Zwischenfällen zu berichten weiß. Bei einem – verbotenen – Sprung von der Herdbrücke in die Donau, die an dieser Stelle maximal einen Meter Tiefgang hat, verletzte sich ein junger Mann. Er kam mit Verdacht auf einen Wirbelbruch in eine Klinik. Bei einem weiteren Verletzten am Ufer diagnostizierten die Retter einen offenen Oberschenkelhalsbruch. Zudem habe es mehrere kleinere Rettungseinsätze durch Wasserwacht und DLRG gegeben. „Wir haben einige junge Leute aus der Donau holen müssen, weil sie entweder stark alkoholisiert oder unterkühlt oder beides waren.

Erfreuliche Sicherheits-Bilanz

Für das nächtliche Schwörmontagstreiben an Land fällt die Bilanz der Ulmer Sicherheitskräfte erfreulich aus. Nach vorläufigem Fazit gab es 75 Sanitätsrettungseinsätze, weniger als in den Vorjahren. Ein Polizeisprecher berichtet zwar von 14 Körperverletzungsdelikten. „Da war aber nichts Schwerwiegendes dabei“. Es habe sich um Rangeleien alkoholbedingt aufgeheizter und meist junger Männer gehandelt. „Wir haben immer sofort interveniert.“ Nur in einem Fall hätten sich die Beteiligten der Polizei widersetzt. Behauptungen, die Polizei habe weniger Präsenz als sonst gezeigt, widerspricht der Sprecher. „Wir hatten so viele Kräfte wie immer im Einsatz.“ Erfreulich: Speziell im Bereich des Jugendschutzes habe es signifikant weniger Verstöße als in den Vorjahren gegeben.

Ähnlich positiv fällt die Bilanz der Neu-Ulmer Polizei aus. Allein auf bayerischer Seite hätten rund 30.000 Besucher das Nabada verfolgt. „Alles verlief weitgehend störungsfrei.“  Lediglich auf der Wiese vorm Donaubad wurde ein 31-Jähriger gegen 18.30 Uhr grundlos mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die Polizei sucht nach dem Täter. Auch auf Neu-Ulmer Seite gab es einen Schiffsunfall. Nach Ende des Nabada rammte ein Themenboot mit seinem Aufbau den Fußgängersteg in Offenhausen. Der Aufbau wurde zerstört, die Brücke blieb heil.

Schwömontag prima verlaufen

Aus Sicht der Stadt Ulm ist der Schwörmontag ebenfalls prima gelaufen. Ordnungsamtschef Rainer Türke lobt vor allem,  dass es keinen Ärger mit den beziehungsweise Verstöße gegen die Sperrzeiten gab. Draußen sei überall um Mitternacht Schluss gewesen, sämtliche Clubs und Szenelokale hätten um 3 Uhr nachts geschlossen. „Gegen 4 Uhr morgens war die Stadt dann wieder leer.“

37 Mann schaffen 20 Tonnen Abfall weg

Müll Um vier Uhr früh ging es gestern für die Entsorgungsbetriebe (EBU) los: 37  Mitarbeiter, 7 Kehrmaschinen und ein Radlader räumten binnen 12 Stunden weg, was die Festgäste hinterlassen haben.  Die Abfallmenge lag laut EBU wie in den Vorjahren bei etwa 20 Tonnen. Das Konzept mit 150 zusätzlich aufgestellten orangefarbenen Abfallbehältern habe sich zwar bewährt:  „Die Mülleimer werden aber noch nicht in dem Maß angenommen, wie das wünschenswert wäre. Auch der Container für abgewrackte Boote in der Friedrichsau sei schlecht bestückt gewesen. Womöglich, weil viele Nabader schon vor der Friedrichsau aus der Donau stiegen.

Wirte Erfreulich sei, dass viele Veranstalter ihre Abfälle auf einem Haufen sammelten und nicht wie früher großflächig liegen ließen.

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