Nicht einmal zu den Feierlichkeiten im Ziel konnte sich bei der Jubiläumsveranstaltung des Einstein-Marathons die Sonne gegen den dichten Nebel durchsetzen. Dafür verlieh der Slowene Anton Kosmac mit seinem Streckenrekord von 2:20:07 Stunden über den 42,195-Kilometer-Klassiker der zehnten Auflage einen nicht für möglich gehaltenen Glanz. Mit seiner Siegerzeit verbesserte er die alte Bestmarke von Slavic Prychodko (2:24:52) aus dem Jahre 2007 deutlich.

Der 37-Jährige, der für das Team Thürheimer startete, distanzierte im bislang schnellsten Rennen unter dem Münsterturm den Nordiren Clive Brown (BSG Boehringer Ingelheim), der wie vergangenen Jahr Zweiter wurde, um mehr als 17 Minuten. "Die Strecke war nicht so ganz leicht, umso mehr freue ich mich über diesen Sieg", sagte Kosmac, der erstmals in Ulm angetreten war. Seine persönliche Bestzeit liegt bei 2:16 Stunden.

"Ein Rekord für die Ewigkeit", mutmaßte Sprecher Artur Schmidt bei der Siegerehrung. Zum Vergleich: Am Sonntag lief in Berlin der Kenianer Dennis Kimetto mit 2:02:57 Stunden neuen Weltrekord.

Bei den Frauen setzte sich die Vorjahressiegerin des Halbmarathons, Giovanna Ricotta vom Team Bantleon dieses Mal auf der langen Strecke durch - ebenfalls in neuer Rekordzeit von 2:50:39 Stunden vor Katharina Becker (VfL Sindelfingen) in 2:53:07. Die aus Calw stammende Zweitplatzierte, die von Wieland Pokorny vom SSV Ulm 1846 betreut wurde, war über den Erfolg bei ihrem ersten Marathon umso mehr erfreut, da sie vor einem Jahr wegen eines Ermüdungsbruchs im Rücken lange hatte pausieren müssen.

Keinen neuen Rekord gab es beim Halbmarathon. Dafür wären 1:05:03 Stunden des Kenianers Titus Kipchumba Kosgei (2009) zu unterbieten gewesen. Johannes Estner (Zeiss Oberkochen) lief in 1:08:51 Stunden aber zu einem sicheren Sieg. Besonders erfreulich, da es der Premierenlauf des 23-jährigen 5000-Meter-Spezialisten aus Marktoffingen auf dieser Strecke war. Zweiter wurde Dennis Pyka aus München. "Der Schluss des Rennens über Kopfsteinpflaster war nicht lustig", schimpfte der Zweite über die Straßenverhältnisse.

Ein persönliches Jubiläum feierte beim Halbmarathon der Triathlet Reiner Schniertshauer, der nach seiner Heirat unter dem Namen Amann für Dettingen startet und wie 25 andere an allen zehn Veranstaltungen dabei war. Mittendrin aber nicht dabei war eine frischgebackene Zweite der Olympischen Jugendspiele, Alina Reh (TSV Erbach). Sie stand am Rande der Strecke und feuerte ihren kleinen Bruder im 5000-Meter-Lauf an. "Für den Halbmarathon bin ich noch zu jung", sagte die 17-jährige Laichingerin. Die Siegerzeit von 1:26:10 Stunden der Frauen-Siegerin Catherine Malloy (TF Feuerbach) hätte Alina Reh wohl drauf.

Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Kaum war der Jubiläums-Lauf vorbei, hat schon die Planung für die elfte Auflage begonnen. Die startet am 27. September 2015. Voraussichtlich werden die Jugendläufe wieder von der Hauptveranstaltung getrennt.