Da staunten einige Passanten am Donauufer und auf der Mauer nicht schlecht, als gestern gegen Mittag Dr. Bostjan Dvorak in der Badehose in den Fluss stieg und eine kleine Schwimmrunde drehte. Der Neujahrsschwimmer kühlte sich noch nichtmal vorher ab und schätzte dann, dass die Donau ähnlich temperiert ist wie die Luft: mit etwa vier Grad. Das empfand er als „nicht so kalt“, aber doch „frisch“. Nach einigen Schimmzügen ging der 47-jährige Wissenschaftler wieder an Land und sagte: „Es tut gut.“ Vorsicht ist nach seinen Worten in der Flussmitte geboten, hier sei die Strömung etwas „listig“.

Mit von der Partie war auch sein Vater Dr. Marko Dvorak, der die Aktion freilich von einer Parkbank aus verfolgte. Der in Berlin lebende Sohn besucht den Vater immer mal über den Jahreswechsel in der Gresenhofgasse.

2018 machte er allerdings eine Pause beim Neujahrsschwimmen, weil auch das Wetter so schlecht war. Den Startpunkt beim Donauschwaben-Denkmal hielt er am Weltfriedenstag für gut gewählt. Ein Highlight für ihn war auch ein Bad in der Donau in Budapest zu Dreikönig 2012. Der verbindende Charakter des Flusses werde nicht zuletzt daran deutlich, dass vor den Zeiten der Kraftwerke Störe auf ihrer Wanderung bis Ulm schwammen – einer war demnach elf Meter lang.

Trainingsplatz Orankesee

Auf die Tradition des Neujahrsschwimmens, die in Ulm vor allem vom „Donauwurm“ Ernst Wurm gepflegt wurde, ist Dvorak zunächst über Berichte von Schwimmern an der Wolga und Moldau aufmerksam geworden. In Ulm ist er seit Anfang der neunziger Jahre im Einsatz, so genau ist das nicht dokumentiert.

Dovark unterrichtet an der Humboldt-Universität in Berlin Sprachwissenschaften und Biologie. Dort findet er auch ein Trainingsgelände fürs Schwimmen in kühlen Gewässern vor: den Orankesee, der für diese Zwecke in kalten Wintern immer extra vom Eis befreit werde.