Bei Sebastian Pufpaff ist der Name Programm

EDWIN RUSCHITZKA 25.06.2013

Mit rund 700 Besuchern war das Gastspiel des Bonner Kabarettisten Sebastian Pufpaff am Sonntagabend im bestuhlten Ulmer Zelt nahezu ausverkauft. Pufpaff schlug in seinem Programm "Warum!" Kapital aus seinem ungewöhnlichen Namen. "Entweder wirste depressiv oder lustig". Nun, der Bonner Kabarettist, der eigentlich Malte Sebastian Pufpaff heißt und 36 Jahre alt ist, hat sich eindeutig fürs Lustige entschieden. Was einen dann doch wundert, denn schon die Einschulung wurde für ihn beim "Vorlesen des Namens zum Kreuzweg". Und wenn er beim Bringdienst eine Pizza bestellt und seinen Namen nennt, "legen die einfach auf". Ein Pufpaff hats halt nicht leicht, auch nicht im Internet: Da sind die ersten zehn Einträge eher von schlüpfriger Natur, warnt er.

Pufpaff, weniger Kabarettist, mehr Comedian, wird schon mal als George Clooney des Kabaretts bezeichnet. Was auch an seinem schwarzen Outfit liegt, wozu die Turnschuhe nicht so richtig passen. Ganz am Ende des Programms entledigt er sich seines Anzugs, stülpt weiße Ballettschühchen über und tänzelt im engen, hautfarbenen Ganzkörperkondom ein Band schwingend über die Bühne - und überschreitet die Grenze zum Skurrilen. Was solls, den Besuchern gefällt es. Zumal er mit ihnen auch übers ganze Programm hinweg in engstem Kontakt steht. "Ist ein Metzger hier?", fragt er, worauf sich ein Ehepaar aus der zweiten Reihe meldet. "Tatsächlich von Beruf?", bohrt er weiter nach und erfährt: "Nein, wir heißen so." Da verschlägts sogar dem wortgewaltigen Comedian zuerst einmal die Sprache. Ansonsten versteht er es, die Besucher zu unterhalten, nicht mit feingeistigen Tiefgang oder bitterböser Satire. Nein, er albert eher herum: "Schauen Sie sich einen Horrorfilm doch mal rückwärts an. Tote werden wieder lebendig, und es gibt immer ein Happy End." Mitunter stellt er Fragen, auf die einer kommen muss: "Wenn Liebe durch den Magen geht, ist dann jede Beziehung Kacke?" Oder: "Warum steht im Wort sterben auch gleich erben?" Antworten gibt es darauf nicht, aber schallendes Gelächter. Und darauf kommt es schließlich an.

Ulmer Zelt steuert auf Defizit zu