Ulm Begleitkurs für Mütter und Väter zur Eltern-Kind-Bindung

Wichtig für einen guten Start ins Leben: Eine sichere emotionale Bindung zwischen Baby und Eltern.
Wichtig für einen guten Start ins Leben: Eine sichere emotionale Bindung zwischen Baby und Eltern. © Foto: lisalucia/Fotolia
THALIA VOLLSTEDT 08.04.2014
Eine sichere Bindung des Kindes an seine Bezugspersonen im ersten Lebensjahr herstellen: Dieses Ziel verfolgt der Kurs von Safe. Die Abkürzung steht für "Sichere Ausbildung für Eltern".

Es gehe um "die Sicherheit der Eltern, dass sie eine gute, stabile, belastbare Beziehung zu den Kindern aufbauen können", sagt der Erzieher Gerhard Kaiser-Tobner über den Kurs, den er gemeinsam mit der Hebamme Karin Brenner leitet. Beide haben zusätzlich eine Ausbildung als Safe-Mentor durchlaufen. "Sichere Ausbildung für Eltern (Safe) ist ein Trainingsprogramm für werdende Eltern. Entwickelt hat es Dr. Karl Heinz Brisch auf der Basis der Bindungstheorie. Diese stuft die Bindung des Kindes zu Bezugspersonen wie den Eltern als "sicher", "unsicher-vermeidend", "unsicher-ambivalent" und "desorganisiert" ein. Ziel von Safe ist es, den Eltern beim Aufbau einer sicheren Bindung zu helfen. Kinder mit einer solchen Bindung, so Kaiser-Tobner, seien später besser in der Schule, da das Gehirn in den ersten Monaten der Entwicklung durch das sichere Gefühl unter weniger Stress stünde.

Das Programm läuft über 16 Monate, in diesem Zeitraum werden an zehn Sonntagen jeweils von 10 bis 17 Uhr Seminare abgehalten. Die Stadt Ulm stellt die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte Lettenwald (Elisabeth-Schmid-Weg 3) zur Verfügung. Der Kurs ist stadtteilorientiert; Teil des Konzepts ist, dass der gemeinsame Wohnort den Eltern zusätzlich Halt bietet.

Weitere Angebote des Programms sind Elterngespräche, bei Bedarf Vermittlung einer Psychotherapie gegen die Übertragung etwaiger Traumata der Eltern auf das Kind, das Feinfühligkeitstraining, bei dem die Eltern Situationen mit dem Kind filmen und über ihr Verhalten Rückmeldung bekommen können, und eine Telefon-Hotline.

Bei all dem gehen die Veranstalter nicht von einem grundsätzlichen Unvermögen junger Eltern aus. Häufig sei deren Hauptproblem Misstrauen gegenüber ihren intuitiven Elternkompetenzen. Außerdem geht es Brenner zufolge aber auch darum, alte Glaubenssätze auszuräumen - wie etwa den, dass es normal und richtig sei, ein Kind einfach schreien zu lassen, wenn es nicht durchschlafe.

Der Kurs beginnt am 11. Mai und dauert bis zum Sommer 2015. Er richtet sich an werdende Eltern, ausdrücklich auch an künftige Väter, bei denen die Geburt im August, spätestens im September erwartet wird. Anmeldungen bis 5. Mai; Rückfragen unter Tel. (0731) 26 25 26 und (0731) 968 57-0 sowie per E-Mail karin.brenner@t-online.de und kaiser-tobner@schwangerschaftsfragen.de erreichbar.