Ulm Begeisterndes Konzert der Sinfonietta

Saxophonistin Svenja Kißmer und die Humboldt-Sinfonietta mit Dirigent Christoph Kächele beim Konzert in Ottobeuren am Sonntag.
Saxophonistin Svenja Kißmer und die Humboldt-Sinfonietta mit Dirigent Christoph Kächele beim Konzert in Ottobeuren am Sonntag. © Foto: Sabine Weinert-Spieß
Ulm / BURKHARD SCHÄFER 14.07.2016
Glasunow, Weber, Rachmaninow, Schumann: Die Sinfonietta des Humboldt-Gymnasiums überzeugte beim Sommerkonzert in der Luther-Kirche.

„Ich muss euch loben, es macht einfach Spaß euch zuzuhören.“ Klaus-Michael  Zinnecker, der Direktor des Humboldt-Gymnasiums, hatte mit seinem Lob kurz vor der Konzertpause fast noch untertrieben. Denn das, was die Sinfonietta Ulm nach einer Probenwoche samt Konzert in Ottobeuren jetzt auch in der Martin-Luther-Kirche unter ihrem Leiter Christoph Kächele an Reife, Meisterschaft und Klangkultur bot, hatte einfach große Klasse.

In der Pause des Konzertes überreichte Zinnecker dem Cellisten Benedikt Solle den „Orchesterpreis des Humboldt-Gymnasiums“ und der Saxophonistin Svenja Kißmer den „Musikpreis des Humboldt-Gymnasiums“. Zuvor hatte sie den Solopart in Alexander Glasunows Konzert für Altsaxophon und Streichorchester übernommen und ihr Instrument, derart nobilitiert, dass man sich an den samtigen Kantilenen schier nicht satthören konnte. Grandios auch das Zusammenspiel mit dem Orchester, das einen perfekten Teppich ausrollte, auf dem das Saxophon seine betörenden Klangfarben spielen lassen konnte.

Obwohl 1934 uraufgeführt, ist Glasunows Werk doch ein Urbild eines romantischen Konzerts. Vielleicht war es ja der geheime Wunsch der Sinfonietta, in ihrem Programm die genuin romantischen Gattungen Ouvertüre, Konzert, Sinfonie bis zur Zugaben durchzudeklinieren. Eines der berühmtesten Encore-Stücke ist sicherlich die „Vokalise“ von Rachmaninow. Dass auch dieses oft gespielte Werk unter die Haut ging, war vor allem Cellist Benedikt Solle zu verdanken, unter dessen kundigen Fingern es ebenso klare wie verführerische Konturen gewann.

Romantischer als mit Carl Maria von Webers „Freischütz“-Ouvertüre hätte die Sinfonietta den Abend nicht beginnen können, und es war der pure Ohrenschmaus, wie sie die Musiker in  Szene setzten. Hochromantisch war auch der Schluss des Konzerts mit Robert Schumanns 4. Sinfonie. Und wieder begeisterten die Musiker mit tiefem Verständnis für das Werk. Ein Spitzen-Ensemble!

Info Die Sinfonietta spielt das Programm nochmals heute, Donnerstag, 19.30 Uhr, in der Martin-Luther-Kirche.

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