Weststadt Begegnung schafft Identität in der Weststadt

Auch das war Weststadtfest: Kinder konnten im wahrsten Sinne des Wortes erfahren, welchen Handicaps Rollstuhlfahren im Alltag ausgesetzt sind. F
Auch das war Weststadtfest: Kinder konnten im wahrsten Sinne des Wortes erfahren, welchen Handicaps Rollstuhlfahren im Alltag ausgesetzt sind. F © Foto: Lars Schwerdtfeger
LISA MARIA SPORRER 11.07.2016
Ein Dutzend Aussteller beteiligte sich am Weststadtfest. Ein buntes  Mitmach-Programm, Musik und Essen sollen die Belebung des Viertels vorantreiben.

Drei Versuche, keiner klappte. Dann drehte sich Eva mit dem Rollstuhl um und probierte rückwärts das etwa drei Zentimeter hohe Hindernis zu bewältigen. Danach ging es im Slalom um Hütchen, eine kleine Rampe rauf und anschließend zurück zum Startpunkt. „Das war ziemlich schwierig“, sagte die Neunjährige nach dem Rolliparcours, jedenfalls für jemanden, der nicht auf den Rollstuhl angewiesen ist. Erst wenn man es selber probiert, merkt man, welche Einschränkungen damit verbunden sind, war die Meinung der Kinder, die sich beim Weststadtfest für eine Runde in die Stühle des Clubs der Körperbehinderten und ihrer Freunde setzten.

„Sport könnte ich nicht mehr so gut machen, und mich auch nicht mehr so oft mit Freunden treffen“, sagt Eva Bergbauer, die mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Elena an dem Parcours teilnahm. Es war ein vielfältiges Programm, das die AG-West zu ihrem 25. Stadtteilfest auf dem Platz vor dem Weststadthaus veranstaltete: Außer dem Rolliparcours gab es Hüpfburg, Kinderschminken, Infos über die Arbeit vieler Einrichtungen – und auch selbstgemachten Sirup und G´sälz.

Mit der AG-West, die Anfang der 90er Jahre gegründet wurde, sollte die Belebung des Stadtviertels vorangetrieben werden, „und das ist uns wunderbar gelungen“, freute sich die Geschäftsführerin Andrea Janisch. Ohnehin werde in der Weststadt einiges getan, um das Viertel noch attraktiver zu machen.

So entsteht an der Moltkestraße für 7,4 Millionen Euro ein Modellprojekt mit 24 Wohnungen für 50 Flüchtlinge inklusive Büros für die Sozialverwaltung; und auch der Umbau des Theodor-Heuss-Platzes steht an. Die Lage hier ist wunderbar“, sagt Maria Gmeiner, die das Canapé-Café leitet. „Wir wollen Menschen zusammenbringen und Identität geben in einer Umgebung, die kein eigentliches Zentrum hat.“ Mit dabei war auch der Mädchen- und Frauenladen Sie´ste, der nächstes Jahr 25-jähriges Bestehen feiert.