Die städtische Wohnungsgesellschaft UWS will auf dem Parkplatz am Westbad ein massives Haus bauen, das Wohnraum für 50 Menschen und Büros für städtische Mitarbeiter der Sozialverwaltung bieten wird. Zunächst sollen in die Wohnungen Flüchtlinge einziehen, ist der Plan. Die Baukosten liegen voraussichtlich bei rund sechs Millionen Euro. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Demnächst sollen die Bäume gefällt werden (siehe Infokasten).

Die wegfallenden Parkplätze werden laut Stadtplanung voll ersetzt: durch Parkbuchten, die im rechten Winkel zur Moltkestraße auf dem Rasen zwischen Gehweg und Westbad gebaut werden. Dann fehlten aber noch gut zwei Dutzend Parkplätze, behaupten Bewohner des Hörzareals und haben deshalb Bedenken „gegen den geplanten Neubau des Hauses Moltkestraße 20 wegen des damit verbundenen Wegfalls von Parkplätzen angemeldet“.

Das Schreiben an die Hauptabteilung Stadtplanung, Umwelt und Baurecht enthält eine ausführliche Begründung dafür, warum die Anwohner daran zweifeln, dass der Parkplatz am Westbad ausreichend ersetzt werden kann. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Parkraumsituation in der Moltkestraße „äußerst kritisch entwickelt“. Die Gründe dafür hat Anwohner Jürgen Fischer im Namen der Wohnungseigentümergemeinschaften des Hörzareals aufgelistet.

1.) Das Westbad sei nach der Sanierung deutlich attraktiver geworden „und zieht heute messbar mehr Besucher an als früher“, heißt es.

2.) Die Weststadthalle wurde von einer Turnhalle zunächst zur wettkampfgeeigneten Sporthalle und in einem zweiten Schritt zur Mehrzweckhalle mit einem Platzangebot für etwa 500 Besucher aufgerüstet.

3.) An das Westbad wurde für die Volkshochschule ein Sport- und Übungsraum – „Tanzstudio“ – für Gruppen angebaut, und diese Teilnehmer müssten auch irgendwo parken. Die Kapazität des Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt wurde auf 80 Plätze erweitert. Das Bringen und Abholen der Kinder schaffe bis heute ungelöste und drängende Probleme, finden die Anwohner des Hörzareals.

4.) Durch den Umbau des nahen Agnes-Schultheiß-Platzes seien auch schon Parkplätze weggefallen.

Deshalb sei es für die Anwohner völlig unverständlich, dass mit dem Zubauen des Parkplatzes „in fast radikaler Form die Existenzgrundlagen für die von der Stadt selbst geschaffenen Gemeinschaftseinrichtungen entzogen werden sollen“.

Dazu sagt Helmut Kalupa, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes, der auch bei der öffentlichen Informationsveranstaltung Anfang Februar anwesend war: In der gesamten Weststadt herrsche eine prekäre Parksituation. Und seitens der Nutzer „gibt es gefühlt immer zu wenig Parkplätze“.

Jedoch würden die auf dem jetzigen Westbadparkplatz wegfallenden Parkplätze voll ersetzt: Zum einen durch die 39 Parkbuchten an der Straße. Zum anderen wird unter dem Neubau für die Flüchtlingswohnungen und Büros eine Tiefgarage gebaut mit 42 Stellplätzen.

24 der Plätze sind für die 24 Wohnungen vorgesehen, wenn dort mal keine Flüchtlinge mehr wohnen. Acht Plätze sind reserviert für die Beschäftigten in den Büros. Die restlichen zehn könnten beispielsweise von Kindergärtnerinnen genutzt werden, schlägt Kalupa vor.

Irritationen beim Infoabend

Baumfällung Beim Infoabend der Stadt zum Bau der Flüchtlingswohnungen beim Westbad waren die Baumfällarbeiten auf besagtem Parkplatz für Mitte Februar angekündigt worden. Daraufhin hatte sich FWG-Stadtrat Gerhard Bühler zu Wort gemeldet und kritisiert, dass man nicht einfach loslegen könne, wenn der Satzungsbeschluss für den Neubau erst am 22. März im Bauausschuss und am 23. März im Gemeinderat zur Entscheidung kommt. Bühler: „Nachher wird das wegen der Parkplatzsituation umstrittene Vorhaben abgelehnt und die Bäume sind schon weg.“ Sollte der Gemeinderat zustimmen, müsse man halt am 24. März vor dem Fällen „in die Nester schauen“, weil ab 1. März aus Rücksicht auf die Vogelbrut keine Bäume mehr gefällt werden dürfen.