Basketball Bayern im Halbfinale zu stark für Ulmer Basketballer

Ulmer Basketballer verlieren gegen zu starke Bayern
Ulmer Basketballer verlieren gegen zu starke Bayern © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Sebastian Schmid 17.02.2018
Ratiopharm Ulm ist im Pokal-Halbfinale in eigener Halle mit 73:84 an Bayern München gescheitert. Eine Halbzeit lang hielt der Außenseiter die Partie offen, dann setzte sich die Klasse des Bundesliga-Tabellenführers durch. Im Spiel um Platz drei wartet am Sonntag Bayreuth auf Ulm.

Der Traum vom ersten Titel seit dem Pokalsieg 1996 ist für Ratiopharm Ulm bereits nach dem ersten Tag des Pokal-Wochenendes ausgeträumt. Zwar hielt die Mannschaft von Coach Thorsten Leibenath eine Halbzeit lang gut mit, war aber nach einem schwachen dritten Viertel am Ende gegen den Favoriten Bayern München chancenlos. Nach der 73:84 (42:41)-Niederlage spielen die Ulmer am Sonntag um 12 Uhr im Spiel um Platz drei gegen Medi Bayreuth. Die Bayern hingegen versuchen im Finale ab 15 Uhr (beide Partien live und kostenlos auf Telekomsport.de) nach 50 Jahren endlich wieder den Pokal an die Isar zu holen. Gegner ist Alba Berlin, das sich nach einem starken Auftritt überraschend deutlich mit 96:74 gegen Bayreuth durchgesetzt hat.

Nach zwei emotionslosen Auftritten in der Bundesliga gingen die Hausherren gegen den haushohen Favoriten deutlich engagierter zu Werke und verhinderte so, bereits in der berüchtigten Anfangsoffensive der Bayern alle Chancen auf den Sieg zu verspielen. Dabei kam ihnen entgegen, dass die Münchner nicht ihren treffsichersten Tag hatten und vor allem von der Freiwurflinie einfache Zähler liegen ließen.

Die Ratiopharm-Akteure selber spielten im Angriff variantenreich, verließen sich nicht nur auf ihre Distanzwürfe, sondern suchten auch den Weg unter den Korb. Die erste Punkte des Top-Four-Wochenendes gingen aufs Konto des Gastgebers, Da'Sean Butler war erfolgreich. Der sonst so sichere Distanzschütze hatte allerdings ansonsten wenig Wurfglück, keiner seiner fünf Dreier-Versuche fand sein Ziel.

 Basketball Final 4 Halbfinale ratiopharm Ulm gegen FC Bayern München
Basketball Final 4 Halbfinale ratiopharm Ulm gegen FC Bayern München © Foto: Lars Schwerdtfeger

Bereits vor dem Sprungball war klar, dass für die Ulmer alles zusammenkommen muss, damit sie eine Siegchance haben. Und zwischenzeitlich sah es danach aus, als ob es tatsächlich klappen könnte. Die Bayern schwächelten, wie beispielsweise als Anton Gavel gleich drei Freiwürfe in Serie liegen ließ. Auf der Gegenseite hatten die Ratiopharm-Akteure das notwendige Glück. So drehte der Ball nach Isaac Fotus Wurf erst zwei Runden auf dem Ring, ehe er zum 29:27 durch den Korb fiel. Der Neuseeländer war mit 21 Punkten bester Ulmer Werfer.

Besser war in diesem Halbfinale nur Bayern Jared Cunningham, der 22 Zähler erzielte und immer dann zur Stelle war, als es für die Münchner brenzlig wurde. Der NBA-erfahrene Aufbauspieler war es auch, der im dritten Viertel die erste zweistellig Führung der Gäste besorgte (61:50). „Wir haben im dritten Viertel unseren offensiven Rhythmus verloren“, sagte Leibenath, der wie alle Ulmer „sehr enttäuscht war“. Nach dem 48:47 durch Ulms Luka Babic hatten die Münchner den letztlich entscheidenden 14:2-Lauf hingelegt, von dem sich die Ratiopharm-Akteure nicht mehr erholen konnten. Leibenath: „Die Hypothek war einfach zu groß.“ Bis dahin war es ein Duell auf Augenhöhe gewesen, wovon auch die 13-Führungswechsel zeugten.

Zwar gab der Tabellensiebte niemals auf, doch gegen den tief und qualitativ hochwertig besetzten Kader der Bayern konnten die Ulmer diesen Rückstand nicht mehr aufholen und mussten sich am Ende „einer starken Münchner Mannschaft“ (Leibenath) geschlagen geben.

Punkte für Ulm: Fotu 21, Thompson 12, Butler 10, Günther, Akpinar je 8, Lewis 7, Babic 5, Benimon 2.

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