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Bahnhofstraße
Ulm / Chirin Kolb, Verena Schühly und Frank König  Uhr

Die Großbaustellen sorgen ab Montag wieder für Verkehrsänderungen. Betroffen ist der Ulmer Westen, genauer die Wagnerstraße. In der Friedrich-Ebert-Straße am Bahnhof sind einige Änderungen bereits seit Ende Februar vollzogen. Dort bleibt erst mal alles, wie es ist – bis zum 19. März. Die Änderungen im einzelnen:

Friedrich-Ebert-Straße Der Taxi-
stand ist an die Bahnhofstraße verlegt, das Linksabbiegen zur Post erst wieder ab 19. März möglich, die linke Spur der Zinglerstraße wird gesperrt und als Aufstellfläche für Lastwagen genutzt, die zur Tiefgaragenbaustelle fahren wollen. Von der Zinglerstraße geht es dann wieder nur noch einspurig in die Friedrich-Ebert-
Straße. Sie bleibt während der Bauzeit durchgängig in beide Richtungen befahrbar, allerdings nur einspurig und mit einer Ausnahme: Am Sonntag, 19. März, wird die Fahrspur Richtung Ehinger Tor von der Bahnhofseite auf die Innenstadtseite verlegt. An diesem Tag ist die Friedrich-
Ebert-Straße Richtung Olgastraße gesperrt. Entsprechende Schilder stehen in der Zinglerstraße, sind aber noch nicht aktiv.

Deutschhaus Das wichtige Parkhaus war zuletzt wegen Leitungsarbeiten schwer zu erreichen, das soll sich aber schon am Freitag ändern. Die Fahrspur von der Neuen Straße her wird wieder geöffnet, sagte der Chef der städtischen Parkhäuser, Klaus Linder. Dann führen wieder zwei komfortable Einfahrten ins Deutschhaus, beide von Süden und weiter nicht mehr von der Post her. Die Ausfahrt Richtung Ehinger Tor bleibt gesperrt. Am Eingang zum Deutschhaus sind daher teils Rollgitter heruntergelassen, obwohl das Parkhaus durchgehend auf ist. Gegenüber beginnen die Bauarbeiten für die neue Tiefgarage.

Bahnhof Dafür ist es notwendig, das Bahnhofsvordach abzubauen. Das geschieht nach Mitteilung des Rathauses in der Nacht von Montag, 6. März, auf Dienstag, 7. März, in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr. Das gläserne Vordach kann demnach auch wegen des Neubaus der Bahnhofspassage nicht erhalten werden. Allerdings gibt es einen kommunalen Beschluss zum Neubau eines Vordachs an der gleichen Stelle. Die Pläne kommen von der Architekten-Gemeinschaft Hullak Rannow und Hummert. Das bisherige Dach stammt aus dem Jahr 1993 und misst 25 mal 25 Meter. Die Tragkonstruktion ist etwas Besonderes.  Die zwischen Doppelstützen wie ein Segel eingehängte, transparente Konstruktion erinnert an einen umgedrehten Flugzeugflügel. Dadurch entsteht  auf der Unterseite des Daches ein Sog, der bei Wind das Durchschlagen des Segels nach oben verhindert.

Olgastraße Am Montag, 6. März, starten auch die Arbeiten am Abzweig der Straßenbahn vor dem Theater. Dort biegt die Linie 2 künftig in die Neutorstraße ab. Wegen der Bauzeit wird die Olgastraße vor dem Herbert-von-Karajan-Platz Richtung Bahnhof nur noch einspurig zu befahren sein.

Wagnerstraße Noch kommen die Gleise für die Straßenbahnlinie 2 nicht. Aber für die Vorarbeiten wird nun ab Montag, 6. März, die Wagnerstraße Richtung Innenstadt ab der Elisabethenstraße voll gesperrt. Die abzweigende Beyerstraße bleibt für die Vorarbeiten ebenfalls gesperrt, teilt die Stadt Ulm noch einmal mit. Das Linksabbiegen in die Beyerstraße ist somit nicht möglich. Die Sperrungen bestehen bis 25. Juli. In der Beyerstraße sind in den vergangenen Monaten etliche Arbeiten erledigt worden. Jetzt folgt der Bereich an der Kreuzung, wo die Linie 2 Richtung Kuhberg von der Linie 1 abzweigt. Dort müssen erst die Versorgungsleitungen verlegt werden, ehe die neuen Gleise gelegt werden können.

Zunächst wird die frühere Fußgängerunterführung der Wagnerstraße vor dem Finanzamt abgebrochen. Von der hat man zwar zuletzt nicht mehr viel gesehen, aber da war sie immer noch.

Zu den Vorarbeiten gehört außerdem, dass in den Unterbau der Gleise ein so genanntes Träger-Masse-System eingesetzt wird. Wie Torsten Fisch von der Abteilung Verkehrsplanung erläutert, kann man sich das vorstellen wie ein U-Profil aus Beton: Dort hinein kommt eine Art Matte und darauf eine Betonplatte, auf der dann später die beiden Gleisstränge liegen. „So übertragen sich die Erschütterungen nicht auf die Häuser.“

Das ist eine Auflage aus dem Planfeststellungsbeschluss und von Gutachtern für die Bereiche empfohlen, in denen  die bestehenden Gebäude dicht an der neuen Trasse liegen. Laut Fisch wird das System bis nach dem Römerplatz eingesetzt. Und später auch im Bereich der Labore der Uni auf dem Oberen Eselsberg.

Die Gleise selbst und Weichen werden erst in den Sommerferien verlegt. Davon geht jedenfalls Jörg Zeeb von der SWU Verkehr aus. Dann ändert sich die Verkehrsregelung wieder, weil anstelle der Straßenbahnen Busse fahren werden.

Jetzt heißt es aber erst mal: Auf der Wagnerstraße ist ab Elisabethenstraße stadteinwärts kein Durchkommen. Die Umleitung ist ausgeschildert. Anwohner können aber ihre Häuser erreichen „und vor der Baustelle wenden“, wie Fisch betont.

Eine Übersicht der Baustellen:

Neue Tiefgarage: So geht’s weiter

Layout

Für das neue Parkhaus am Bahnhof mit vier Etagen, das in seinem Layout dem Vorbild des Parkhauses am Rathaus folgt, wird eine 17 Meter tiefe Baugrube ausgehoben. Am Rathaus waren es für zwei Geschosse acht Meter.

Größe

Das neue Parkhaus verfügt über 540 Stellplätze und erstreckt sich unterirdisch vom Bahnhofseingang bis zum ZOB. Dafür werden zunächst die alte IC-Tiefgarage und das gläserne Bahnhofsvordach abgebrochen.

Provisorium

Die Stadt hatte  mit ihrer Parkbetriebsgesellschaft die Tiefgarage am Intercity-Hotel zum Jahreswechsel erworben und mit dem Dienstleister der Bahn weiterbetrieben. Die Schließung erfolgte letzten Sonntag.